§ 12. DAS SINKEN DES PESETAKURSES.
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zeigte sich hier mächtig; man hielt die Silbermünzen für vor-teilhaftere Zahlungsmittel als Papiergeld, weil sie noch immereinigen platischen Wert hatten.
Ob es aber bei einem Zwangskurs der Note zu einemhöheren Agio gekommen wäre, muß doch sehr fraglich er-scheinen. Hatte man im Auslande die Silberpeseta stets höherbewertet als das in ihr enthaltene Metallquantum, weil sielytrisch besser verwendbar war als platisch, so dürften für dieuneinlösbare Banknote, die ebenso zu Zahlungen nach Spanien verwendbar war, dieselben Bewertungen des Auslandes maß-gebend gewesen sein.
Solange Silbergeld in Spanien valutarisch war, hatte zwardas Frankenagio eine obere Grenze an dem Metallgehalt desspanischen Silbergeldes. Gerade aber der Umstand, daß derSilberausfuhrpunkt in Spanien nie erreicht wurde, zeigte, daßselbst in der höchsten Krisenzeit Spaniens die Möglichkeit, mitspanischem Gelde nach Spanien Zahlungen zu machen, im Aus-lande nicht unterschätzt wurde.
Da sich der Wechselkurs auf Grund der Gesamtheit derZahlungsverpflichtungen von Land zu Land herausbildete, brauchtekeineswegs die uneinlösbare Note ein höheres Frankenagio zu ver-anlassen als die Silberpeseta, welche noch stofflichen Wert hatte.
Silbergeld kam für Spanien in währungspolitischer Hin-sicht niemals wegen seiner Substanz in Betracht, sondern nurweil es überhaupt ein Zahlungsmittel bildete, und von denSilberpreisen war die Geldverfassung unabhängig.
Von metallistischer Seite hat man den Umstand, daß derKurswert der Peseta gegenüber französischem Gelde nie biszu ihrem platischen Wert gesunken ist, aus den wunderlichstenGründen zu erklären gesucht. Die Silberpeseta sei, so sagteman, stets in teilweise durch Gold gedeckte Banknoten zutauschen gewesen, und die Golddeckung der Note und derKredit der Bank habe der Peseta als ,, Fallschirm" gedient undihren Fall bis zum Metallpunkt aufgehalten.
Wie sollte aber das Gold, das in der Bank eingesperrtwar, auf den intervalutarischen Kurs wirken? Solange Gold