§ 13. ERFOLGLOSE VERSUCHE ZUR BESSERUNG DES PESETAKURSES. 233
konnte vielleicht nun ein größeres Vertrauen auf eine besserespanische Finanzpolitik im Auslande etwas auf die Höherbe-wertung der Peseta wirken.
Die Nachteile des Affidavits für die Valuta, welche sichbald herausstellten, waren aber viel größer als seine Vorteile.Der Staat beraubte hierdurch den Verkehr eines seinerwichtigsten intervalutarischen Zahlungsmittel; denn die Rente,welche gleichzeitig in Madrid, in Paris, London, Berlin, Brüssel und Lissabon auf den Börsen gehandelt und notiert wurde,kam bisher beim Ausgleich von Auslandsschulden völlig denAuslandsdevisen gleich. Ebenso dienten die in Gold zahlbarenCoupons vor und nach ihrer Fälligkeit in starkem Maße zurTilgung von Zahlungsverpflichtungen von Land zu Land.
Es ist ja bekannt, in wie hohem Maße selbst zwischenbarzahlenden Ländern, z. B. zwischen England und Frankreich ,internationale Anlagepapiere hin- und her transportiert werden,um in Zeiten des Goldmangels Goldgeld zu ersetzen.
Das nicht barzahlende Spanien hatte aber solche Arbi-tragewerte besonders nötig gehabt.
Wie aus den Notierungen der Rente in Madrid und inParis bis zur Einführung des Affidavits im Jahre 1899 her-vorging, stand das Frankenagio und der Kursunterschied zwischenden beiderseitigen Notierungen im Durchschnitt in einem strengenParallelismus; die Rente wurde ebenso wie Devisen benutzt, umZahlungen zwischen Frankreich und Spanien zu regeln.
Die Notierungen der Rente fanden in Madrid in Pesetasund in Paris in Franken statt und waren in der Zeit desFrankenagios natürlich in Madrid stets höher als in Paris .
Stand nun der Frankenwechsel auf der Madrider Börsehöher, als die Differenz der Notierungen der Rente in Madrid und Paris betrug, so machten die Spanier solange Zahlungennach Frankreich in Rentenpapieren, als sie als Zahlungsmittelvorteilhafter als Devisen verwendbar waren. Wenn dagegen inFrankreich Devisen auf Spanien mangelten, so verkauften dieFranzosen bei vorteilhafterer Zahlung in Rententiteln spanischeExteriors.