256 IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.
die angeschafften Frankenwechsel wurden dann wöchentlichpro rata der Bedürfnisse zwischen den einzelnen Mitgliedernverteilt.
Es war dies also eine ohne Beteiligung der Regierunggeschlossene, aber unter staatlichem Schutz stehende Verbin-dung von Gesellschaften, welche in den Handel der auswärtigenValuta eingreifen und nach den Absichten der Regierung dieÜbermacht über die übrigen Devisenhändler erlangen sollte.Als Mittel zu diesem Kampf gegen die Verkäufer von Franken-wechseln ließ sich das Syndikat bei dem Crédit Lyonnais undder Banque de Paris et des Pays- Bas einen Kredit von 50 Mil-lionen Franken gegen eine 40/ oige Verzinsung einräumen.
Dieser Kredit wurde aber erst zu spät benutzt; erst als sichder Frankenkurs von Anfang des Jahres bis zum August 1903um 4% auf 137,25% gehoben hatte, entschloß sich das Syn-dikat den ausländischen Kredit in Anspruch zu nehmen, nach-dem es vorher auf die verschiedenste Weise Franken billig zukaufen gesucht hatte. Aber sowohl durch den alleinigen Ankaufin den Provinzen des Landes, wie durch Ankauf nur in Madrid, wie durch gemischtes System wurde keine Verbesserung derValuta herbeigeführt.
Zwei Umstände mußten von vornherein die Wirkungs-losigkeit dieses Syndikats klar machen: Die Aktionsmittel von50 Millionen Franken, welche ihm als Reserve zur Verfügungstanden, waren viel zu klein, um eine mächtige Spekulationauszuschalten 1). Der Gesamtgruppe von Spekulanten standendagegen beträchtliche Kredite für Devisenankauf bei den spa-nischen Banken offen.
Dann aber mußte das Syndikat, welches nur Frankenkaufte, nicht aber verkaufte, von Anfang an keinen Erfolghaben, denn es zeigte durch den von ihm angegebenen Kauf-preis den Frankenverkäufern nur die unterste Grenze an,welche sie für ihre Devisen erhalten konnten.
1) Das Frankensyndikat hatte sich wohl die Verfügung über Frankenverschafft, hatte aber kein Mittel, sie sich zu erhalten. Soviel es vonkreditierten Franken benutzte, mußte es früher oder später wieder einlösen.