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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
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IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.

welche der Staat verfügen will, bringen ihm keine Zinsen, dasie nicht auf Kontokurrent gegen Zinsen, sondern als Depositenbei der Bank von Spanien hinterlegt sind. Außerdem verlorder Staat in den letzten Jahren sehr häufig am Frankenkurse,da er die Zölle zum mittleren Kurse des Vormonats einnahmund der Kurs eine meist fallende Tendenz hatte, was jedochden Absichten der Regierung entsprach. Der Allgemeinheitwurden aber durch die Kursbeeinflussungen des Staates diebesten Dienste geleistet. Die Schwankungen der Wechselkurse,welche früher dem Lande, namentlich während des amerikanischenKrieges, die größten Verlegenheiten bereiteten, vollzogen sichseit der Intervention des Staates auf dem Geldmarkte in vielmilderer Form.

Wirkten auf die absolute Höhe des Kurses schon die seitdem Jahre 1906 eingetretenen günstigen pantopolischen Momente,die dauernde wirtschaftliche, handelspolitische und finanzielleKonsolidierung des Landes, so trug zur Stabilisierung allein dieExodromie des Staates bei.

Diese Stabilisierung der Kurse erreichte aber der Staatmit verhältnismäßig geringen Mitteln. Eine offizielle Statistiküber die Höhe der von der Bank von Spanien für den Staatin den letzten Jahren verkauften Golddevisen besteht meinesWissens nicht. Doch dürfte ihre Höhe aus den Beständen desSchatzamtes an Goldwerten wie aus den Zolleinkünften desStaates hervorgehen, da der Staat weder Gold kaufte, noch aufandere Weise erhebliche Einnahmen in Gold hatte. Die Gold-guthaben des Schatzamtes bei der Bank von Spanien betrugen imOktober 1907... 62 Millionen PesetasDezember 1909.. 70

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1910.. 80

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August 1911... 50

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haben sich im Laufe der letzten Jahre also nur unerheblichgeändert. Da aber die Zolleinkünfte des Staates in den letztenfünf Jahren durchschnittlich ca. 155 Millionen Goldpesetas be-trugen, die Ausgaben des Staates in Goldgeld von etwa 60 Mil-lionen Franken vor ihrer Fälligkeit flüssig gemacht und den