290 IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.
Heute werden in Praxi überall kleine Noten stark begehrt,und die theoretischen Bedenken gegen ihre Zirkulation sind inandern Ländern teilweise geschwunden. Man hält heute denUmlauf kleiner Noten für ein wirksames Mittel, entweder dieBarzahlungen zu erleichtern oder die Stabilität der Wechsel-kurse aufrecht zu erhalten. Beim größeren Umlauf kleiner Noten,welche sich weit länger im Verkehr als große Banknoten halten,wird eine Konzentration des Goldgeldes in einem Sammelbecken,in der Zentralbank, leichter ermöglicht und dadurch eine wirk-same Beeinflussung der ausländischen Wechselkurse erleichtert.Eine Maßregel wäre dann vielleicht in Spanien noch nötig.Man müßte wohl den Banknoten im Privatverkehr gesetzliche Zahl-kraft verleihen, um der Gefahr der Zurückweisung in kritischenZeiten vorzubeugen.
Wenn nun auch der spanischen Geldverfassung wohl nocheinzelne Mängel anhaften, die Hauptsache einer geordnetenWährung ist jedoch bereits erreicht worden. Das spanischeSchatzamt hat sich zu einer exodromischen Behörde empor-geschwungen und hat seine Aufgaben, die es sich gestellt hat,zum mindesten in den letzten 1/2 Jahren mit Erfolg gelöst. Essind feste intervalutarische Kurse geschaffen worden, ohne daßdem Goldgelde die valutarische Eigenschaft verliehen zu werdenbrauchte. Von einer Weiterbefolgung dieser Währungspolitikläßt sich wohl mit Recht das Beste für die spanische Volks-wirtschaft erwarten.
Nach vielen tastenden Versuchen ist man endlich zurWechselkursregulierung gelangt. Sollte man nicht ähnlich wieim Staate Österreich- Ungarn, nach dem man sich schon in soManchem in Spanien betreffs Währungsfragen gerichtet hat, zuder Erkenntnis kommen, daß die Regulierung der ausländischenWechselkurse für die Währung genügt und daß weder Bar-verfassung des valutarischen Goldes noch Einschränkung dernotalen Umlaufsmittel nötig ist? Denn auch bei Notalverfassungund ohne oft wechselnden und hohen Diskont läßt sich derGeldumlauf eines Landes in befriedigender Weise regeln.