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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
Entstehung
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SCHLUSS.

Aufgabe der 1874 gegründeten Zentralnotenbank wäre esnun wohl gewesen, das im Lande zerstreute Gold bei sich zusammeln und für ungünstige Zeiten exodromische Maßregelnzu ergreifen. Es fand aber weder das eine noch das anderestatt. Während die Goldvorräte des Landes zunahmen, wurdender Bank ihre Goldbestände sogar entzogen.

Während dieser ganzen Periode aber hatte sich der Staatdurch gewaltige Anleihen bei Frankreich verschuldet, private Ge-sellschaften hatten andererseits auch übermäßig Kapital aus Frank- reich eingeführt. Ein Rückschlag mußte eintreten und sich inden Währungsverhältnissen äußern, sobald das Ausland spanischeWerte nicht mehr kaufte und die Auslandszinszahlungen nichtmehr durch neue Anleihen gedeckt werden konnten. Infolge-dessen sah sich der Staat in finanziellen Nöten zur Verstärkungder Silberprägung gezwungen; auch wurde die Bank gegenHinterlegung von Staatspapieren zur Erweiterung der Noten-emission genötigt. Da aber die Bank weder Diskontpolitik nochDevisenpolitik betrieb und keine bewußte Leitung des Geld-wesens vorhanden war, mußten die Barzahlungen durch denStaat wie durch die Bank aufgegeben werden. Die Periode, inwelcher bares Goldgeld und notale Banknoten wie notales Silber-geld nebeneinander friedlich zirkulierten, wich einer neuen, inwelcher nur unterwertige Silbermünzen und besonders Bank-noten den Markt beherrschten.

Mit dem Übergang Spaniens zur notalen Silbervaluta imJahre 1883 fand in den Währungsverhältnissen ein völligerUmschwung statt; die Notalisierung des Geldumlaufs machte.die größten Fortschritte, Silbergeld wurde in starkem Maße ge-prägt, da der Staat durch Herstellung unterwertigen Silbergeldesden Staatsfinanzen aufzuhelfen suchte. Ferner war der Staatgezwungen, in finanziellen Nöten bei der Bank von Spanien Hilfezu suchen, die nur dadurch gewährt werden konnte, daß immermehr Noten ausgegeben wurden. Die Banknoten blieben aberstets in Silbergeld einlösbar.

Hatte man nun in früheren Zeiten einen sinkenden- un-stetigen Wechselkurs nur während der Herrschaft der Papier-

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