SCHLUSS.
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geldes hervor, da man glaubte, die Wechselkurse würden sichdann automatisch regulieren. Man glaubte durch Einstellung derSilberprägung, durch Reduzierung der Notenmenge und einebessere Golddeckung der Banknote schnell einen Paristand derPeseta und der Valuten der Goldländer erreichen und Goldgelddann in Zirkulation setzen zu müssen. Die strengen Metallisten for-derten auch Beschränkung der Silbermünzen im Zahlungsverkehrund ihre spätere Abschaffung. Die damaligen leitenden Finanz-leute übersahen bei ihrem schnellen Vordringen nach der Gold-währung vielleicht aber, daß die wirtschaftlichen Verhältnissedes Landes die Einführung des valutarischen Goldgeldes undeinen Paristand der Peseta und des Franken nicht gestatteten.
Die Bankpolitik war jedoch Jahre lang der staatlichenWährungspolitik entgegengesetzt; die Bankleitung war der An-sicht, daß der innerstaatliche Verkehr der notalen Zahlungsmitteldurchaus bedürfe, und sie trug darin den Verhältnissen wohleher Rechnung. Wenn man bedenkt, daß jetzt die Noten derBank in Spanien fast das einzige Umlaufsmittel bilden, daß etwa800 Millionen Pesetas Silbergeld in der Bank lagern, welche derVerkehr nicht benötigt, so dürfte die Notenemission von 1700 Mil-lionen Pesetas nicht gar so übertrieben sein, wie von Metallistenund Quantitätstheoretikern stets angenommen wird. Betrug dochdie Bargeldzirkulation schon 1874 ca. 1400 Millionen Pesetas .
Während dieses Kampfes der Bank und des Staates umdie Währungspolitik wurde man jedoch in den ursprünglichenPlänen, die Goldwährung einzuführen, schwankend; die Projekteder Silberdechartalisierung, der Einschränkung der Notenmengeund der obligatorischen Einlösung der Banknote in Gold ge-langten nicht zur Durchführung.
Seit dem Jahre 1906 kam es jedoch dem spanischen Staatendlich zum Bewußtsein, daß er sich zum Herrn über das Geld-wesen aufschwingen müsse. Durch Verständigung mit der Bank-leitung über eine einheitliche vom Staate zu treibende Währungs-politik wurden die bisherigen Devisenspekulationen auf Gewinn,welche die Bank betrieben hatte, beseitigt. Ferner trat jetzt- unddas war das einzig Mögliche für eine Besserung der Währungs-