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SCHLUSS.
verhältnisse das spanische Schatzamt als exodromische Be-hörde auf, welche die Wechselkurse regulierte. Die spanischeRegierung konnte jetzt die Opfer, welche eine solche Operationerforderte, bringen, denn durch eine vernünftige Finanzpolitikhatten sich die finanziellen Verhältnisse des Staates bedeutendgebessert, und die Erhebung sämtlicher Zölle in Gold sicherten dem Staate die Mittel zu einer dauernden Beeinflussung derKurse.
Die pantopolischen Momente, welche sich seit dem Jahre1906 für Spanien viel günstiger gestalteten als in den früherenJahrzehnten, gestatteten dem Schatzamt mit geringen Mittelnauf einem neu geschaffenen besseren Niveau durch Devisen-verkauf in ungünstigen Tagen den Kurs zu stabilisieren.
Durch die Stabilisierung, welche bereits seit 1/2 Jahrenin derselben Weise wie zwischen zwei Goldländern vollzogenwird, ist eine der Hauptaufgaben erfüllt, die jede lytrischeVerwaltung im Interesse des Geldwesens zu erfüllen hat undderen Erfüllung man bisher nur durch die obligatorische Ein-lösungspflicht der Banknote sichern zu können glaubte.
Nach dem Beispiele Österreichs, nach dem man sich so-wohl in der Erhebung der Goldzölle wie in der Devisenpolitikrichtete, hat Spanien, dessen neuzeitliche Währungspolitik gerade-zu ein aktuelles Gepräge erhält, eine Geldverfassung sich ge-schaffen mit festen intervalutarischen Kursen ohne valutarischeZahlungen in Gold. Wie eine ganze Gruppe von Nationen,Österreich, Rußland, Italien, Indien, Japan und Peru, hat esohne Abschaffung oder Einschränkung der notalen Zahlungs-mittel durch Devisenpolitik ein Ziel erreicht, nach welchem esJahre lang gestrebt hat.
Der spanische Staat, welcher im 19. Jahrhundert von ge-waltigen politischen und finanziellen Krisen heimgesucht wordenwar, zeigt uns ein Schulbeispiel dafür, wie aus einem zerrüttetenGeldwesen durch exodromische Politik eine Währung geschaffenwerden kann, die wohl ebenso ideal ist als die Währung deralten Goldwährungsländer.
Die Stabilisierung der Devisenkurse und die jetzt von