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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
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SCHLUSS.

nach dem Urteil spanischer Finanzleute, in den neusten Jahrenimmer günstiger gestaltet.

Trotz der jetzigen besseren wirtschaftlichen und finan-ziellen Lage Spaniens ist jedoch die feste Haltung der spanischen Regierung in der Währungspolitik von der größten Wichtigkeit,denn die Geschäfte, von denen der intervalutarische Kurs ab-hängt, werden nicht allein durch die Zahlungsbilanz bestimmt,sondern es wirken gerade in Spanien eine Menge von Impon-derabilien auf den Kurs. Von inneren Unruhen und äußerenKriegen ist Spanien wie in früheren Zeiten so noch heute mehrheimgesucht als andere Länder, sodaß die Wechselkursregulierungstets große Taktik der Regierung erfordert.

Gäbe die spanische Regierung die Kursbeeinflussung aufund ließe sie zeitweise das Agio wachsen, so würde darin inso-fern die größte Gefahr liegen, als der Glaube an die Durch-führung der Währungsreform im Auslande stark erschüttert würde.Besonders würde das Ausland solches Mißtrauen durch Rückzugvon Kapitalien und Abstoßung spanischer Wertpapiere äußern,und in unlösbarem circulus vitiosus würde der Frankenkurswieder gewaltig steigen; denn bei einem Mangel kursregulierenderTätigkeit der lytrischen Verwaltung würde sich wohl bestimmtdie Spekulation, wie es in früheren Jahren der Fall war, derSituation bemächtigen.

Hoffen wir daher im Interesse der spanischen Volkswirt-schaft, daß das Finanzministerium bei der bereits geplantenReorganisation der Bank von Spanien diesen Gesichtspunkt ge-nügend würdigt und die bisher eingeschlagenen Bahnen zurErzielung einer geordneten Währung weiter verfolgt.

1992/282