wiederte hierauf, diese Klage sey nur in Ansehung einiger Staaten gegründet, undin diesen erlaube die politische Freyheit, auch zu Gunsten der Türken zu bewaffnen.In den letzten Zusammenkünften sprach der türkische Bevollmächtigte wieder von derNothwendigkeit der Auslieferung der Nebellen, die sich auf russischen und österrei-chischen Boden geflüchtet haben. Die endlich erfolgte Anknnft des lang erwartetenfranzösischen Gesandten, Latour-Maubourg, dürfte vielleicht zur Beendigung derUnterhandlungen wesentlich beytragen. Einige Personen meynen, er würde ver-eine mit dem spanischen Abgeordneten zu Gunsten der Griechen sprechen, aber diebesser Unterrichteten behaupten, dieser Botschafter werdesich bloß damit begnügen,die Annahme der russischen Forderungen durchzusetzen , und erträgliche Bedingnissezu einer allgemeinen Pazifitation der empörten Griechen zu erwirken. Man sprichtviel von den prachtvollen, aus Frankreich für den Großherrn und seine Dienermitgebrachten Geschenken, deren Werth nur in den Umstand in Etwas vermindertwerden möchte, daß sie von dem allerchrisilichsien König dem größten Verfolgerdes christlichen Glaubens gesendet wurden.
Italienische Gränze, den 16. Jan.
Ans Morea hat man keine neuern Nachrichten. Aus Kandien aber erfährtman, die türkische Macht sey als vernichtet anzusehen, nur die Hauptstadt, diemau freylich für unbezwingbar hält, leistet noch Widerstand. Aus Epyrus über-brachte neulich einTartar nach Koustantinopel Nachrichten, welche derDivan nichtbekannt machen ließ, daher man allgemein der Meynung ist, ihr Jnnhalt müssefür die Türken nicht erfreulich seyn.
Aus Egypten erfahrt man wenig; nach den letzten Berichten waren die Türkentief in Abyssinien eingedrungen, und hatten viele 1000 Sklaven oder Gefangenenach Egpyten abgeschickt. Die Wechabiten hielten sich ruhig. Die Ergebenheit desPascha für die erhabene Pforte läßt sich nicht bezweifeln; indessen fährt er fort, dieflüchtigen Griechen gut aufzunehmen. Die vorzüglichste Sorge dieses klugen Für-sten scheint zu seyn, die geringe Bevölkerung seiner Länder zu vermehren. — Derplötzliche Tod des Oberbefehlshabers der Perser, Prinzen Mahomed Ali Mirsa,wird noch sehr bezweifelt.
Madrid , den z. Jan.In einem, gestern Abend gehaltenen Staatsrathe ist mit 19 gegen 9 Stim-men entschieden worden, daß der König gebethen werden soll, das Mini-sterium abzuändern. Der Staätsrath war in einer frühern Sitzung der entgegen-gesetzten Meynung, es scheint jedoch, daß entweder die genauere Erwägung derGründe der Unzufriedenheit mit dem gegenwartigen Ministerium, oder die Ueber-zeugung, daß die Armee großentheils die Gesinnungen der Bewohner von Cadixund Sevilla theile, den Staatsrath umgestimmt hat. Bis zum z. Jan. Nachts10 Uhr war übrigens das, sehnlich erwartete, kön. Dekret wegen Entlassung desgegenwärtigen Ministeriums noch nicht erschienen. Nach andern Nachrichten solldie Entlassung von wenigstens 4 der gegenwartigen Minister entschieden seyn, näm-lich von Felice, Minister des Innern; Cano Manuel, Justizminister; Balamal,Minister des Seewesens; Salvador, Kriegsminister. Dagegen sollen bleiben derbisherigeMinister der auswärtigen Angelegenheiten, Bardari; Pellegrin, Mini-sier der überseeischen Provinzen, und Vallejo, Finanzminisier.
Paris , den 16. Jan.Briefe aus Toulon enthalten folgende Nachrichten: „Die Goelette Papillonhat Kvnstantinopel am 13. Dez. verlassen, ist am 14. in den Dardanellen vorAnker gegangen, am 15. von da abgesegelt, hat am 29. den Meerbusen von Spe-zia berührt, und ist am 4. dieses Monats zu Toulon eingelaufen. Bey ihrem Ab-gänge war Konstantinopel nach seiner Art ruhig, indem nur hje und dg einzeln