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rungen und Ungewissheiten vielleicht selbst erklärt, weil wir ein-sehen, wie sie durch seine eigene Natur veranlasst sind.
Eben hier aber wirft sich nun auch dem besten Willen wie derunbefangensten Forschung infolge einer hinzunehmenden historischenThatsacho ein ganz besonderes Hemmnis in den Weg. Ehe wir esgenauer betrachten, müssen wir zwei wie uns scheint objektiv kon-statierbare, wenn auch von größten Autoritäten geschützte Irrungenaus dem Wege zu räumen suchen.
Das Forschungsgebiet der Nationalökonomie ist, wie schon be-merkt, das wirtschaftliche Gemeinschaftsleben der Menschen,also einer jener Interessenbereiche und Thätigkeitskreise, die inihrer Gesamtheit das ganze Leben der menschlichen Persönlichkeitdarstellen. Die menschlichen Personen treten hier mit einemBedürfen und Erlangen , mit einem Thun und Genießen ihrerAußenwelt gegenüber, welche die Gegenstände umschließt, diesie brauchen, sich dienstbar machen, verwenden wollen. Es ist des-halb ein unumgängliches Erfordernis, dass die Nationalökonomikvom ersten bis zum letzten Wort die „wirtschaftlichen Güter“als „äußere“ Gegenstände von den menschlichen Persön-lichkeiten abscheidet, die sich hier als „Produzenten“, „Kon-sumenten“ u. s. w. zur Geltung bringen.
So muss es denn als ein elementares, absolutes Erfordernis fürdie gedeihliche Behandlung einer Lehre vom Kapital gelten, dassunter Kapital höchsten Falles alle wirtschaftlichen Güter oder diewirtschaftlichen Güter in irgend einer Beziehung, nicht abermenschliche Personen oder von ihnen untrennbare, die Persönlich-keit selbst mitkonstituierende Fragmente des Leibes oder des Geistesverstanden werden könnten. Was immer zur Überschreitung die-ser Trennungslinie hat geltend gemacht werden wollen, muss sichbei näherer Betrachtung als haltlos erweisen. An dieser Stelle isttrotz Adam Smith , Stein, Roscher u. s. w. keine Konzessionmöglich, und wir halten es für ganz zweifellos, dass ein solches Zu-sammenwerfen persönlicher Fähigkeiten der Menschen (also „innerer“Güter) mit den wirtschaftlichen (also äußeren) Gütern zur Konsti-tuierung des „Kapitales“ bald allgemein zurückgewiesen werdenwird. Eine „Lehre vom Kapital“ ist sonst neben einer „Lehre von