76
Gegenstand richtig zu charakterisieren. Wie die Verhältnisse that-sächlich liegen, muss jedes unbefangene Tribunal zu der Entschei-dung kommen, dass eine Erklärung, wonach unter Kapital Produk-tionsmittel und Lebensmittel zu verstehen seien, welche und sofernsie ihr Besitzer in einer bestimmten Art der Produktion dazu be-nutzt, um sicli auf Unkosten der Lohnarbeiter zu bereichern, gewissnicht in einem geringeren Grade auf das Prädikat des „Unsinns“Anspruch habe, als eine andere, welche z. B. darauf hinausläuft,Güter als Kapital zu bezeichnen, welche und insofern sie von ihremBesitzer irgendwie zur Produktion neuer Güter verwendet werden.Wir bezweifeln entschieden, dass selbst unter denjenigen, welchedie Marx’sehe Schilderung und Beurteilung moderner „kapitalisti-scher Produktionsweise“ zutreffend finden, jene Begriffsbestimmungdes Kapitales verbreitete und dauernde Aufnahme finden kann. Sieworden die Erscheinung der „historischen Kategorie“ in dem Ka-pital wohl in der historischen Verschiedenheit der Funktionen desKapitales, nicht aber in einer nur historisch bedingten, resp. vor-übergehenden Existenz desselben erkennen und es weder der Theorienoch der Praxis gegenüber als empfohlen erachten können, dassvon der Kategorie des Kapitals z. B. in einer modernen landwirt-schaftlichen oder gewerblichen Produktiv - Assoziation keine Redemehr sein soll.
Immerhin dürfen wir schließlich noch auf Folgendes hinweisen.Während in der Rod bertus’schen Definition des Kapitales dieentscheidende Hauptsache ist, dass Produktionsmittel (Werk-zeuge, Roh- und Hilfsstoffe) vorhanden sind und verwendet werden,ist für C. Marx das maßgebende Moment: der Besitz von Gütern,welche den solche Güter notwendig zur Verwertung ihrer Arbeits-kraft brauchenden Nichtbesitzern mit dem Erfolg zum Gebrauchgegeben werden, dass jener Besitzer einen bezüglichen Teil des Ar-beitsproduktes dieser Nichtbesitzer sich aneignen kann. Dieser Be-sitz-Zustand und Erwerbs-Vorgang kann natürlich auch als einProduktions-Verhältnis bezeichnet werden.
Somit sind wir nicht nur bei den „nationalökonomischen“, son-dern auch bei den „sozialistischen “ Schriftstellern zur unterschei-denden Betrachtung jeuer zwei in den überkommenen und ver-