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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
Entstehung
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brauchlichcn Gütern vorbildlich wäre; auch diese Analogie der beidenArten von Vorgängen nicht durch eine theoretische Spitzfindigkeitmühsam aufgesucht und durch scholastische Sophistik bekräftigt,sondern als im wirtschaftlichen Leben mit analogen Ergebnissenwirksam nachgewiesen würde.

Dass nun in dem als Darlehn überall bekannten und verbrei-teten Verkehrsvorgang verbrauchliche Güter, wie ein Getreidequantumund eine Geldsumme, von ihrem Eigentümer auf eine andere Personmit der liier nötigen Einräumung des Nutzverbrauches übertragenund von der letzteren Person nach einem bestimmten Zeitraumzwar nicht dieselben Individuen (Spezies) von Getreidekörnernund Geldstücken, sondern eine gleich große und gleichwertige Mengevon Getreidekörnern und Geldstücken, d. h. für eine wirtschaftlicheBetrachtung: die gleichen Güter, zurückgegeben werden, so-weithin also das Vorhandensein einer wirtschaftlich aktuellen Ana-logie gar nicht zu bezweifeln ist, wurde vorher bereits dargelegt.Es fragt sich deshalb hier nur noch um die Bestreitung der aktuellenAnalogie bezüglich des Zeitraumes zwischen der Übergabe und derRückgabe der Güter, in welchem der andauernde Gebrauch desunverbrauchlicheu Gutes und der momentane Verbrauch des ver-brauchlichen Gutes auftritt. Und hier ist nun für die nächste Betrach-tung ein Anhalt zur Bestreitung der Analogie vorfindlioh, den zwarHermann durch den Hinweis auf die Fortdauer des Wertes deivon dem Nutznießer verbrauchten Güter in den aus ihnen und mit-telst ihrer formierten neuen Gütern meines Erachtens nicht befrie-digend entkräftet hat, der sich aber an sich keineswegs als stich-haltig erweist.

Wenn die Thatsache vorliegt, dass die unverbrauchlichen Güter,im Unterschied von den verbrauchlichen Gütern, den Menschen einezeitlich andauernde Nutzverwendung gewähren, während welcher sieselbst fortbestehen, so kommt hierin eine besondere Art und Weisedes Vollzugs der wirtschaftlichen Bedürfnisbefriedigung zum Vor-schein, während sich selbstverständlich in dem Gebrauch z. B. eines(nicht verbrauchlichen Gutes wie eines) Kleidungsmittels ebenso-wohl wirtschaftliche Bedürfnisbefriedigung vollzieht, als durch denVerbrauch eines (verbrauchlichen Gutes wie eines) Nahruugs-