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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
Entstehung
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so besteht derselbe in dem Vorweis eines einzelnen Weges, aufwelchem Gegenstände möglicherweise oder häufig zu Eigentum er-worben werden, beziehungsweise erworben werden können. FürDas, was darüber hinaus dieArbeitstheorie leisten soll, darf nieaußer Acht gelassen werden, dass wir nicht vereinzeltarbeitenund dann vereinzeltEigentümer bezüglicher Arbeitsprodukte wer-den, Thatsache und Recht des Vermögenserwerbs innerhalb unserersozialen und politischen Lebensgemeinschaft also unmöglich nur imAnschluss an die individuelle Arbeit für Produktion eines wirtschaft-lichen Gutes irgendwie ausgiebig begründet werden kann.

AVas nun zunächst die ursächlichen Bedingungen betrifft, welcheein Verhältnis wie das des Eigentums begründen, so liegen dieseprimär in dem natürlichen Wesen der Menschen, ebendort von woaus wir schon früher zu denwirtschaftlichen Gütern gelangten,und wo wir sie vorweisen müssen, ohne damit den (juristischen)Hinweisen auf das Wollen und den Ilerrschaftsberuf der Per-son gegenüber der Sache entgegenzutreten. Die Menschen sindindividuelle Organismen, welche zu AA r achstum und Erhaltung desLebens Gegenstände aus ihrer Außenwelt gebrauchen. Das eineIndividuum u. s. w. muss diese Dinge zum Gebrauch und Ver-brauch haben mit Ausschluss aller andern, so gewiss wie der-jenige Bodenbestandteil, den das eine Pflanzenindividuum für sichergreift, den andern entzogen werden muss, liier steht also einNaturgesetz für das organischs Leben vor uns, und dieses zwingtuns auch anzuerkennen, dass gleich den Pflanzen, von denen jededie dem Individuum nötigen und genügenden Wurzeln und Blätterhat, die einzelnen Menschen mit Arbeitsorganen ausgestattet sind,welche sie befähigen, das ihnen individuell Nötige zu okkupierenoder hcrzustellen. AA'ir wollen hier nun nicht weiter verfolgen, wiees auch Güter zu einem Gebrauche für mehrere oder für viele In-dividuen neben oder nach einander giebt u. s. w.; wie sich dieFrage auf dem Gebiete der Produktion herausstellt u. A. m. Esgenügt für die uns hier gesetzte Aufgabe, festgestellt zu haben, wiees unvermeidlich ist, dass der Gebrauch eines wirtschaftlichen Gutesfür die Lebenszwecke des einzelnen Individuums mit Ausschlussaller andern Individuen platzgreift. Denn eben eine solche aus-