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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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sollen, während das Sondervermögen dadurch erkennbar wird undbleibt, dass man die Sonderung walten lässt. Vielmehr ist es schonein aus der Natur derdauerbaren Güter selbst hervorgehendesErgebnis, dass diese Güter insgesamt, gleichviel welcher Sonderhaus-halt sie verwendet, als Kapital in der Volkswirtschaft rangieren.Alle vorhandenen nicht verbrauchlichen Produktionsmittel, alle ver-brauchlichen für Produktion eingesetzten Güter, der Gesamtbestanddes vorhandenen Nutzkapitales (in Hermanns Sinne) ist Kapitalder Volkswirtschaft. Ein reicher Bestand an dauerbaren Nutzungs-gütern (für Produktion wie für Konsumtion) innerhalb eines Landeskann deshalb immer als nächster Beweis für eine starke Errungen-schaft an Kapital gelten. Alle Güter dieser Art gehören zum Ka-pital dieser Volkswirtschaft, auch wenn sie wie so oft mit Kanälenund Eisenbahnen, Gewerksanlagen und Bodenmeliorationen u. s. w.u. s. w. geschehen, mitfremdem (ausländischem) Gelde hergestelltsind. Für dasVermögen eines Volkes wären hier Abzüge zumachen, für das Kapital desselben nicht. Was immer für Folgendadurch veranlasst werden mögen, dass für ein Volk in der letzterenVermögenslage der Bedarf in zukünftiger Zeit vergrößert ist, bezie-hungsweise in später laufender Zeit die weitere Vermehrung desKapitals mehr erschwert ist: zu seinem Kapitale gehören jene Gütergleichwohl. Blicken wir auf die internen Stellungen, so werden dieGüter eines Volksangehörigen A nach ihrer Übertragung in dasEigentum des Volksangehörigen B nur dann Kapital für die Volks-wirtschaft bleiben, wenn sie B auch seinerseits als Kapital ver-wendet, nicht aber auch dann, wenn dieser sie zur Befriedigunglaufenden präsenten Konsumtionsbedarfes gebraucht. Wie es seinkann, dass eine kapitalreiche Volkswirtschaft zugleich eine dem Aus-land viel schuldende ist, so kann auch eine Einzelperson ein sehrstarkes Unternehmungskapital verwenden, ohne einen Pfennig imVermögen zu besitzen. Es ist deshalb die volkswirtschaftliche Fragein betreff der Konzentration und derVerteilung des Vermögens,und die in betreff der Konzentration und der Verteilung des vor-handenen Kapitals ebensowenig zusammenfallend, als etwa das Be-gehren der einen Gruppe von Armen, welcheGüterverteilung ver-