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rechtigten gegenübersteht, ist der Einreihung dieses Verhältnissesebensowenig hinderlich als das Voraufgehen eines Schadens, welcherin den ersterwähnten Fällen zu begleichen war. Es handelt sichnicht darum, dass Güteriibcrtraguugen grund- und bedingungslosodor gratis zu erfolgen hätten, sondern um den Nachweis von Fäl-len, in denen der Gebrauch des zu übertragenden Geldes unmöglichals Tauschmitteldionst gelten kann.
Dass man aber gerade für eine zweckdienliche Befriedigung vonErsatz- und Entschädigungsansprüchen, sowie bei Einforderungenvon Hab und Gut der Straffälligen, zum Gebrauch eines Geldes alsZahlungsmittel gedrängt werden musste, leuchtet sofort von selbstein. Talionensystem im Strafrecht und Ersatz eines Gutes in naturabilden eino augenscheinliche Parallele. Die Leges Barbarorum zei-gen, wie rasch und unvermeidlich die Vermögensstrafe zum Straf-geld, der Entschädigungsanspruch zum Wehrgeld sich gestaltenmuss. Wenn zwei Tauschlustige sich nicht zu beiderseitiger Zu-friedenheit vereinbaren können, so unterbleibt eben der Tausch.Wo dagegen Forderungen auf Güter und Güterwert gütig erwachsensind, da muss eino dieselbe erledigende Güterübergabe, eventuellmit Taxation, erfolgen. Und doch kann hier die Art und die Taxa-tion dos angebotenen Gutes Ursache wie Mittel für die Nichtbefrie-digung der Forderung werden. Sodann sucht der Tauschlustigeirgend Jemanden auf, mit dem er sich zu verständigen vermag;Ersatzansprüche u. dgl. müssen dagegen gerade von der einen be-stimmten Person geleistet werden. Es stehen hier also nicht bloßdie Streitigkeiten über eine ungleiche Qualität zweier Pferde u. s. w.im Wege, sondern auch die Hindernisse wegen einer nicht mehrvorhandenen Gleichmäßigkeit der Habe und des Erwerbs. Soweitandersartige Güter als Ersatzmittel in Frage kommen, wiederholtsich jene Lage: was der Eine bieten kann ist dem Anderen nichtbrauchlich, und was Dieser wünscht, hat Jener nicht.
Es ist bekannt, auf welchen Veränderungen es beruht, dassallmählich den Verpflichteten aus der Fortdauer naturaler Leistungenein steigender Druck und Schaden heranwächst und weshalb auchden Landesregierungen die Beseitigung dieses Verhältnisses er-wünscht wurde. Wie tlmricht wäre es, jenes Wachstum von Druck