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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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land ist trotz der im fiskalischen Geiste gehandhabten Müuzverwal-tung das Regale der Münzprägung eben so hoch gestellt gewesen,als das Regale der Gerichtspfloge, des Landesschutzes u. s. w. Daszeigt sich sogleich bei dem ersten Auftreten des TerminusRegaleim Jahre 1111 (Portz Leges II, pag. 69), wo als solches die Mo-netac aufgeführt werden nach denCivitatcs, ducatus, marchiae,comitatus, und vor denteloneum, mercatus, advocatiae, omniajura centurionum, id ost villicorum, turres et villae cum omnibuspertinentiis suis, militia et castra. So heißt es denn auch (um1200) im Sachsenspiegel (ed. Homeyer, Berlin 1863) III. 60: Inswelke stat des rikes de koning kummt binnen deine rike dar isime ledich monte unde toln undo in swelke laut he kummt, daris ime ledich dat ge richte. Und im Schwabenspiegel § 364: Wirsprechen, daz alle zoelle und alle muntze, die in römischen ricliesint, die sint eines Roemeschen Kuniges. und swer si wil han, ersie pfalfe oder leige, der muz sie han von einem Roemeschen Ku-nige. unde von dem Roemeschen Riclie. unde swer dez nut entutder vrevelt an dem Riehe. Wie mitten aus der grenzenlosen Mis-handlung des Geldwesens vor und nach der Wende des 16. Jahr-hunderts das schöne Wort Philipps von Hessen sich erhalten hat:Einen guten Fürsten erkennt man an drei Dingen: an der Hal-tung seines Wortes, an der Sicherheit der Straßen und an derRichtigkeit des Geldes, so hat auch die im 17. Jahrhundertunter den Juristen, wenn auch bestritten, aufkommende Unterschei-dung zwischen Regalia majora und minora nicht zur Verkennungdes Verhältnisses geführt, dass der Staatsregierung das Münzrechtwegen seines Charakters als eines wesentlichen Hoheitsrechtes zu-stehe. Noch 1681 erklärt Ziegler (De juribus majestatis. Witten-berg 1681. C. III, § 14), obwohl er jene Unterscheidung macht,doch von den Regalien insgemein, dass sie nicht in commerciosein könnten, und giebt die generelle Definition: Nobis regalia suntjura illi, qui summum in republica tonet imperium, competentia adtuendam salutem et dignitatem reipublicae. Wohl war danebenschon die Ansicht aufgekommen, nur diejenigen Hoheitsrechte, ausderen Geltendmachung die Landesherren sich Einnahmen verschaffenkönnten, solltenRegalia heißen. Was aber aus diesem Brauche