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der Kurswert für zwei Zeitpunkte, die zehn Jahre ausein-anderliegen, verglichen werden soll, so muss man in deut-schen Staaten fragen, wie viel reines Silber in dem einenund anderen Zeitpunkte für Einen Thaler (oder Einen Gul-den) jenes Papiergeldes gekauft werden konnte; dadurch istder Kurswert für beide Zeitpunkte fest bestimmt“. (Folgtdann ein Hinweis auf den schwankenden Wert der edlenMetalle, dass derselbe nur ein relativ Unwandelbares soi;auf die Versuche einen noch mehr unwandelbaren Maßstabaufzustellen; auf die modernen Verkehrsmittel, welche einerasche, übereinstimmende Feststellung des Kurswertes er-möglichen.) „Der gesunde normale Zustand des Geldwesensbesteht in der möglichsten Übereinstimmung der drei er-klärten Werte neben einander: also bei dem Metallgeld inder Übereinstimmung des Nennwertes mit dem Metallwertund Kurswert, bei dem Papiergeld in der Übereinstim-mung des ersten mit dem letzten dieser Werte.“ (A. a. 0.§• 41 .)
Nach meinem Erachten muss diese Darlegung als verfehlterscheinen. Die offenbar falsche Terminologie zeigt den Weg zurFeststellung einer auffälligen sachlichen Irrung. S a v i g n y sprichtganz zweifellos nicht von einem Geld- oder Metall-Wert, son-dern sub
a) von dem auf den Münzen bildlich oder wörtlich ausge-sprochenen, sub
b) von dem real in ihnen enthaltenen, und sub
c) von dem nach dem „Kurs“ auf dem Geldmarktverkehrfür die Münzen verlangten, resp. gegebenen Edelmetall-Quantum.
Dass dieses so auch für c) gilt, zeigt uns die am Schluss an-geführte Erklärung. Savigny schiebt nun aber für die besondereCharakterisierung des „Kurswertes“ eine zur vorliegenden Kontro-verse gar nicht gehörige Darlegung über das Geld als Repräsen-tanten von „Vermögensmacht“ ein, wie wenn diese nicht geradeso gut insbesondere für seinen „Metallwcrt“ der Münzen gelte undals ob nicht ganz dieselbe Erwägung in betreff der „Art des