unterbreiten, der Politik entgegen, zu welcher dieverbündeten Regierungen sich durch die neueste Mili-tärvorlage amtlich und öffentlich bekannt haben.“Sollte der Bericht bekannt werden, so müßte dieRegierung darlegen, „daß der Kaiserliche Botschafterin Paris sich im Irrtum befinde.“ Auf Wunsch desDiktators wurde der Immediat-Bericht zurückgezogen,und weder der Kaiser noch der Reichstag durften dieWahrheit erfahren. Um neue Militärforderungen zubegründen, wurden Gefahren verkündet, die es garnicht gab, und die Untertanen schon damals wiespäter und auch 1914 durch falsche Angaben ge-täuscht.
Um so größer erscheint die Gestalt des alten Kai-sers. Tiefe Einsicht, rührende Bescheidenheit, edleEinfalt — wahre Weisheit! Stets traf er dasRichtige. Er allein hatte recht, als er sichgegen das wahnsinnige Bündnis mit Österreich sträubte, das uns zum Verderben wurde. Aus seinenAufzeichnungen spricht eine wunderbare Klarheit undSicherheit des politischen Urteils. Es ist geradezuerschütternd sie zu lesen, seine inneren Kämpfe zubeobachten und dann zu sehen, wie er vergewaltigtwurde. Man kann ihm nur den einen Vorwurfmachen, daß er schließlich nachgab und vor der un-würdigen Streikandrohung des vom Diktator völligbeherrschten Ministeriums zurückwich. Wäre er nurfest geblieben, hätte er ihn nur gehen lassen, — dannwäre die größte Katastrophe der Weltgeschichte un-möglich und das deutsche Volk heute das erste inEuropa!
Die Epigonen unter Leitung des Herrn von Holsteinwaren zunächst bestrebt, die Rückkehr des Meisters,die sie fürchteten, zu verhindern und daher auch inder Politik möglichst in Gegensatz zu ihm zu geraten.