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nationalen, wie aus wirtschaftlichen Gründen. Es fragtsich nur, ob eine gewaltsame Austragung für die Er-haltung „unseres Bundesgenossen" notwendig war,und ob ein deutsches Interesse hierbei so weit inFrage stand, daß es gerechtfertigt erschien, deshalbeinen Weltkrieg zu führen.
Der großserbische Gedanke, der den unmittelbarenAnstoß zum Attentat gab und dem der „Todesstoß“versetzt werden sollte, wurzelt in der nationalen Ge-meinschaft der Bewohner Serbiens , Montenegros, Bos-niens und, wenn man von der Verschiedenheit desGlaubens absieht, auch Kroatiens und Dalmatiens . Jefortgeschrittener die Kultur eines Volkes, je weiterdie Bildung Platz greift, um so lebendiger wird dernationale Gedanke, um so stärker das Bedürfnis desstaatlichen Zusammenlebens, der gemeinsamen Orga-nisation und Entwicklung. Einer solchen Bewegungläßt sich kein gewaltsamer „Todesstoß" versetzen,man muß mit ihr rechnen, falls aus politischen Grün-den die einzige radikale Lösung: die staatliche Ge-meinschaft, unstatthaft erscheint. Mit diesen Strö-mungen hat die Habsburger Monarchie, ein Gebilde,das auf rein dynastisch-historischer Grundlage ruht,auch anderwärts zu rechnen. Bewegungen, die man inItalien als „Irredenta“ bezeichnet, finden wir bei denItalienern in Triest und Trient , bei den Rumänen inSiebenbürgen, bei den nach Rußland hinschielendenRuthenen in Galizien , ja auch bei den Alldeutschender Sudeten - und Alpenländer. Nur Magyaren undTschechen haben keine zentrifugalen Bestrebungen,weil sie vollzählig innerhalb der Monarchie sich be-finden, Hierin liegt der Keim des Verfalls und derSchwäche, eine Warnung vor jeder Gewaltpolitik, derdas zerbrechliche Gebäude des Reiches nicht gewach-sen ist. DieFestigkeiteinesGemeinwesens
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