Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
67
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sen, dann war der Weltkrieg zu vermeiden und derFrieden gesichert, sonst aber nicht.

Besser gar kein Bündnis als ein solches,das mehr Gefahren als Vorteile barg, indem wir statt der leitende Teil der lei-dende sind.

Der Gedanke, gegen Serbien vorzugehen, warübrigens kein neuer. Er ist oft in Wien erwogen wor-den und scheint seit dem Bukarester Frieden, derunter dem Proteste Österreichs zustande kam, einefestere Gestalt angenommen zu haben. Durch diesenFrieden wurde Serbien vergrößert, nachdem Bulgarien unterlegen war, dessen leitender Staatsmann, HerrDanew, durch die maßlosen Huldigungen der Wiener und Pester Staatsmänner getäuscht, zum zweiten Bal-kankriege getrieben hatte, welcher die NiederlageBulgariens und die Abkehr Rumäniens von Österreich brachte. Dem Pessimismus, dem stockenden Handelin Österreich sollte abgeholfen, das Ansehen des Rei-ches neu belebt, die gegen die Politik des GrafenBerchtold erhobenen Vorwürfe entkräftet werden.Man übersah dabei nur, daß diese Politik zum Zu-sammenstoß mit Rußland und schließlich zum ZerfallÖsterreichs führen mußte. Die zahlreichen Fälle vonHochverrat und sogar der offene Übergang ganzerTruppenteile zum Feinde zeigen, wie wenig die SlawenÖsterreichs bei diesemKriege mit ihrem Herzen beteiligtsind. In Galizien und Bosnien wird der Galgen über-reichlich in Anspruch genommen, und in Prag geniertsich niemand, offen für Rußland Partei zu nehmen.

Man übersah, daß der Monarchie die Voraus-setzungen fehlen für eine Gewaltpolitik, vor allem dieEinheitlichkeit des Aufbaues, ferner das alle gleich-mäßig beherrschende nationale Ideal, die Triebfederfür außerordentliche Leistungen. Den aus Magyaren,