anzug, als die Antwort erschien und, ohne sie genauerzu prüfen, erklärte er sie für ganz ungenügend, obwohlsie fast alles annahm und eigentlich nur einen Punktvorbehielt: die Teilnahme österreichischer Beamter ander Untersuchung. Hätte auf österreichischer Seitewirklich der Wille zum Frieden bestanden, so wäre esleicht gewesen, die Antwort zur Grundlage weitererVerhandlungen zu machen. Dieser Wille fehlte aber,man wollte in Wien und in Berlin den Krieg mitSerbien. Die russischen Truppenbewegungen seit demWinter, ferner die Bemerkung des Herrn Sasonow inKonstanza: „Nous ne ferrons pas la guerre sauf ä uneseule condition, c'est si l'Autriche attaque la Serbie"beweisen, daß man in Petersburg, wo wegen der öster-reichisch-serbischen Politik eine steigende Mißstim-mung gegen Österreich, aber indirekt auch gegen unsherrschte, den Wiener Absichten mißtraute.
Übertriebene Rücksichten auf Österreich einer-seits, die schon deshalb überflüssig waren, weil Öster-reich unter allen Umständen auf uns angewiesen istund keine andere Anlehnung finden kann, und ande-rerseits Vernachlässigung der Beziehungen zu Ruß-land, — dies sind die Wurzeln der Katastrophe.
II
D ie Frage, welche die öffentliche Meinung am mei-sten bewegt, ist die nach den Gründen der briti-schen Teilnahme am Kriege, beziehungsweise ob Eng-land der eigentliche Urheber des Krieges ist, um unszu erdrücken oder wenigstens ihn dazu benutzenwollte, da es ihn sonst hätte verhindern können.
Als ich im November 1912 den Londoner Postenübernahm, fand gerade der seither veröffentlichteBriefwechsel zwischen Sir E. Grey und Herrn PaulCambon statt , der für den Fall eines Angriffes oder
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