Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
79
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wesentlichen auf der Gemeinschaft der wichtigstenIdeale, die durch unsere Dichter und Historiker ihrePrägung erhalten haben und die in unseren großenMonarchen, Staatsmännern und Feldherren wie in denKoryphäen der Wissenschaften und der Künste sichverkörpern. Diese Ideale müssen erneuert und belebtund den modernen Bedürfnissen entsprechend um-gewertet und fortentwickelt werden, um nicht ab-zusterben und damit nicht, wie Nietzsche sagt, dieLebenden von den Toten regiert werden. Die reineLiebe zur Wahrheit ist es, die nach Helmholtz zu dengrößten Siegen führt, wenn sie erobernd in das Reichdes Unbekannten vordringt.

Diese verfolgen die britischen wie die deutschenUniversitäten, und es ist daher müßig, darüber zustreiten, welche von den beiden Lehrmethoden vorder anderen den Vorzug verdient. Ich möchte be-haupten, daß sich beide sehr glücklich ergänzen unddaß auch in diesem Falle nur derjenige irren würde,welcher meint, daß er allein im Besitz des echtenRinges sei. Je mehr deutsche Wissenschaft und Lite-ratur in England, und englische in Deutschland ge-pflegt wird, um so mehr werden die beiderseitigenGeisteswerte Gemeingut beider Nationen, um sogrößer wird die Gemeinschaft der beiderseitigenIdeale, um so näher kommen sich die beiden Völkerin ihrem beiderseitigen Empfindungsleben. Die Grund-lage für beiderseitiges Verstehen, die Kultur- undSittengemeinschaft erfährt eine Erweiterung, und aufdiese Weise pflegen die Universitäten als hervor-ragende Stapelplätze der Kultur auch gleichzeitig poli-tische Ziele.

Ich kann es nur lebhaft begrüßen, wenn deutscheStudenten in möglichst großer Anzahl sich hier all-jährlich in Oxford einfinden, um hier der britischen