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Wissenschaft, und nicht zu vergessen dem britischenSport zu huldigen, der auch bei uns lebhafte Förde-rung findet und der so viel zur moralischen undkörperlichen Erstarkung der Nation beiträgt. Mankann sagen, daß die sporttreibenden Völker den Erd-ball beherrschen werden. Ich bedauere lebhaft, nichtselbst hier studiert zu haben, hoffe aber, daß dereinstmeine Söhne einige Semester hier weilen werden. Ichbrauche mich an dieser Stelle nicht über die Vorzügebritischer akademischer Anstalten zu verbreiten, siesind uns allen bekannt und gipfeln wohl in der Ent-wicklung starker Persönlichkeiten und in der Ge-staltung unabhängiger, charaktervoller Männer, diesich dazu eignen, als Pioniere westeuropäischer Kul-tur in die entferntesten Gebiete des Weltalls vor-zudringen. Auf den britischen Schulen erhält der Be-griff des „Gentleman“ seine vollendete Prägung, dieihn befähigt, als Kulturtypus bei den Völkern des Erd-balls Einkehr zu halten, so daß man sagen kann, derGentleman habe die zivilisierte Welt erobert. So istheute der Gentleman der allgemeine soziale Wert-begriff, an dem bei allen Nationen gemessen wird. . . .
Wie tief die Wurzeln sind, die bei uns in Deutsch-land die Verehrung der britischen Dichterfürsten ge-schlagen, brauche ich Ihnen, meine Herren, in Gegen-wart so hervorragender Vertreter der Literatur undihrer Geschichte nicht auseinanderzusetzen. Ich willmich damit begnügen, daran zu erinnern, daß erst vorwenigen Wochen die Deutsche Shakespeare-Gesell-schaft das Fest ihres 50 jährigen Bestandes begehenkonnte. Sie ist nicht nur die älteste deutsche Vereini-gung dieser Art, der sich erst die Goethe-, Dante- undandere Gesellschaften angereiht haben, sondern auchdie einzige, die sich dauernd mit Erfolg der Pflegeeines ausländischen Dichters gewidmet hat. Die
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