Setzung geschlossen, daß wir die Führung behielten,ginge diese aber an Österreich über, so ändere dasdie Grundlage des Verhältnisses, und er werde untersolchen Umständen nicht weiter mitmachen können.Ähnlich lagen die Dinge in Serbien , wo wir gegenunsere eigenen wirtschaftlichen Interessen die öster-reichische Erdrosselungspolitik unterstützten.
Wir haben stets auf das Pferd gesetzt, dessenNiederbruch vorauszusehen war, auf Herrn Krüger,auf Abdul Asis, auf Abdul Hamid, Wilhelm Wied und— der verhängnisvollste von allen Irrtümern —schließlich den großen „plunge“ auf den Stall Berch-told gemacht.
Botschafter-Konferenz
Bald nach meiner Ankunft in London Ende 1912regte Sir Ed. Grey eine zwanglose Besprechung an,um zu vermeiden, daß aus dem Balkankriege sich eineuropäischer entwickelt, nachdem wir leider die Auf-forderung der französischen Regierung, einer Des-interessements-Erklärung beizutreten, bei Ausbruchdes Krieges abgelehnt hatten. Der britische Staats-mann nahm von Anfang an die Haltung ein, daß Eng-land an Albanien kein Interesse habe, wegen dieserFrage also nicht gewillt sei, es auf einen Krieg an-kommen zu lassen. Er wollte als ehrlicher Maklerlediglich zwischen den beiden Gruppen vermittelnund Schwierigkeiten beilegen. Er stellte sich daherkeineswegs auf Seite der Ententegenossen und hatwährend der Dauer der etwa achtmonatigen Unter-handlungen durch guten Willen und seinen maß-gebenden Einfluß nicht unwesentlich zur Einigung bei-getragen. Statt daß wir eine der englischen analogeHaltung einnahmen, vertraten wir ohne Ausnahme denStandpunkt, der uns von Wien aus vorgeschrieben
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