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1 (1927)
Entstehung
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hat er nie davon gesprochen, Mr. Churchill redetemich aber wiederholt darauf an.

Ich bin überzeugt, daß seine Anregung aufrichtiggemeint war, wie überhaupt Winkelzügigkeit nicht imWesen des Engländers liegt. Es wäre für Mr. Chur-chill ein großer Erfolg gewesen, dem Lande mit Er-sparnissen aufwarten und den Rüstungsalp, der auf demVolke lastete, erleichtern zu können.

Ich entgegnete, es würde aus technischen Gründenschwer sein, auf seinen Gedanken einzugehen. Wassolle aus den Arbeitern werden, die für diese Zweckegeworben seien, was aus dem technischen Personal?Unser Flottenprogramm sei einmal festgelegt und da-ran ließe sich schwer etwas ändern. Wir beabsich-tigten es andererseits auch nicht zu überschreiten. Erkam aber wieder darauf zurück und machte geltend,daß die für ungeheure Rüstungen aufgewendetenMittel doch besser für andere, nutzbringende ZweckeVerwendung fänden. Ich entgegnete, daß auch dieseAusgaben der heimischen Industrie zugute kämen.

Es gelang mir auch durch Unterredung mit SirW. Tyrrell, dem Kabinettchef Sir Edwards, die Fragevon der Tagesordnung abzusetzen, ohne zu verstim-men, obwohl sie im Parlamente wiederkehrte, und zuverhindern, daß ein amtlicher Vorschlag erging. Eswar aber ein Lieblingsgedanke Mr. Churchills und derRegierung, und ich glaube, daß wir durch Eingehen aufseine Anregung sowie auf die Formel 16 : 10 für Groß-kampfschiffe einen greifbaren Beweis unseres gutenWillens und die bei der Regierung vorherrschendeTendenz, mit uns in nähere Fühlung zu kommen,wesentlich befestigen und fördern konnten.

Aber, wie gesagt, es war möglich trotz der Flotteund auch ohnenaval holiday" zu einer Verständigungzu gelangen. In diesem Sinne hatte ich meine Mission

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