zwischen Politik und Gesellschaft besteht, zu unter-schätzen, selbst wenn die große Mehrheit der oberenZehntausend sich in Opposition zur Regierung be-findet.
Zwischen Herrn Asquith und dem Duke of Devon-shire besteht eben nicht die unüberbrückbare Kluft,wie etwa zwischen Herrn Briand und dem Duc deDoudeauville. Sie verkehren zwar in Zeiten erregterSpannung nicht miteinander, sie gehören zwei geson-derten gesellschaftlichen Gruppen an, es sind aberdoch Teile derselben Gesellschaft, wenn auch ver-schiedener Stufen, deren Mittelpunkt der Hof ist, siehaben gemeinsame Freunde und Lebensgewohnheiten,sie kennen sich meist von Jugend an und sind auch oftverwandt und verschwägert.
Erscheinungen wie Mr, Lloyd George , der Manndes Volkes, ursprünglich kleiner Advokat und self-made-man, sind Ausnahmen. Selbst Dr. Bums, Sozia-list, Arbeiterführer und Autodidakt, suchte Fühlungin der Gesellschaft. Bei dem verbreiteten Bestreben,als Gentleman zu gelten, als dessen unerreichtes Vor-bild der große Aristokrat noch immer erscheint, istdas Urteil gerade der Gesellschaft und ihre Haltungnicht zu unterschätzen.
Nirgends spielt daher die gesellschaftliche Eignungeines Vertreters eine größere Rolle als in England .Ein gastfreies Haus mit freundlichen Wirten ist mehrwert als die profundesten wissenschaftlichen Kennt-nisse, und ein Gelehrter mit provinziellen Wesen undallzu kargen Mitteln würde trotz allen Wissens keinenEinfluß gewinnen.
Was der Brite haßt, ist a bore, a schemer, a prig,was er liebt, ist a good fellow.