Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
133
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Es war also überhaupt kein Vorschlag, sondern nureine Anfrage ohne Verbindlichkeit, da, wie ich früherschon gemeldet, bald darauf unsere Besprechungstattfinden sollte. Die Nachricht wurde aber in Berlin ,ohne erst die Unterredung abzuwarten, zur Grund-lage einer weitgehenden Aktion gemacht.

Dann kam der Brief des Herrn Poincare, der BriefBonar Laws, das Telegramm des Königs Albert. DieSchwankenden wurden im Kabinett, bis auf drei Mit-glieder, die austraten, umgestimmt.

Ich hatte auf eine abwartende Haltung Eng-lands gehofft. Auch mein französischer Kollege fühltesich keineswegs sicher, wie ich aus privater Quelleerfuhr. Noch am 1. hatte der König dem Präsidentenausweichend geantwortet. In dem Telegramm ausBerlin, , das diedrohende Kriegsgefahr" ankündigte,war aber England schon als Gegner mitgenannt. Manrechnete also bereits in Berlin mit dem Kriege gegenEngland .

Vor meiner Abreise empfing mich am 5. Sir Ed-ward Grey in seiner Wohnung. Auf seinen Wunschwar ich hingegangen. Er war tiefbewegt. Er sagtemir, er werde stets bereit sein, zu vermitteln,wedon't want to crush Germany." Diese vertraulicheUnterredung ist leider veröffentlicht worden. Damithat Herr von Bethmann Hollweg die letzte Möglich-keit zerstört, über England den Frieden zu erlangen.

Unsere Abreise vollzog sich durchaus würdig undruhig. Vorher hatte der König seinen equerry SirF. Ponsonby zu mir gesandt, um sein Bedauern übermeine Abreise auszusprechen, und daß er mich nichtmehr sehen könne. Prinzeß Louise schrieb mir, dieganze Familie betrauere unseren Fortgang. Mrs.Asquith und andere Freunde kamen zum Abschied indie Botschaft.