Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
138
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liehen Einflüssen entrückte Demokratie nicht zulassenwürde.

So denken unsere Feinde, wenn sie sehen, daß trotzkapitalistischer Industriealisierung und trotz sozialisti-scher Organisierung die Lebenden, wie FriedrichNietzsche sagt, noch von den Toten regiert werden.Das vornehmste feindliche Kriegsziel, die Demokrati-sierung Deutschlands , wird sich verwirklichen!

Bismarck

Bismarck, gleich Napoleon, liebte den Kampf alsSelbstzweck. Als Staatsmann vermied er neueKriege, deren Sinnlosigkeit er erkannte. Er begnügtesich mit unblutigen Schlachten. Nachdem er in rascherFolge Christian, Franz Joseph und Napoleon besiegt,kamen Arnim, Pius und Windthorst, Bebel, Richter,Ledochowski und Augusta an die Reihe. Das genügteihm nicht. Gortschakow hatte ihn wiederholt geärgert.Er wurde bis hart an den Krieg bekämpft, sogar durchEntziehung des Salonwagens. So entstand der traurigeDreibund. Zum Schlüsse folgte der Kampf gegenWilhelm, in dem der Gewaltige unterlag wie Napoleon gegen Alexander.

Politische Ehen auf Tod und Leben geraten nur imstaatsrechtlichen, nicht im völkerrechtlichen Ver-bände. Sie sind um so bedenklicher mit einembrüchigen Genossen. So war das Bündnis von Bis-marck auch niemals gemeint.

Die Engländer aber hat er stets schonend be-handelt, er wußte, daß es so klüger war. Die alteVictoria wurde von ihm besonders ausgezeichnet, trotzdes Hasses gegen die Tochter und gegen politischeEngländerei, der gelehrte Beaconsfield und der welt-erfahrene Salisbury umworben und auch der sonder-