Frage gegen den Vortrag aus, so weiß ersterer, waser zu tun hat.
Trotz gelegentlicher temperamentvoller Kund-gebungen enthält sich der Monarch viel mehr, als mangewöhnlich annimmt, autokratischer Eingriffe und esist mir aus der Zeit, wo ich im Auswärtigen Amt Vor-tragender Rat war, und auch seither kein Fall, wederin der auswärtigen Politik noch bei Besetzung wich-tiger Stellen im Reichsdienst bekanntgeworden, wonicht die Entscheidung auf Grundlage ministeriellerVorschläge gefallen wäre.
Wird dieses System, das System der individuali-sierten Verantwortlichkeit, der Beamtengewalt nachdem Kriege noch haltbar sein? Muß der monarchischeGedanke zu Schaden kommen, wenn die Verantwor-tung auf breiterer Basis ruht, wenn an Stelle des ein-zelnen ein Kollegium tritt und wenn dieses Kollegiumwiederum, ohne daß es aus Mitgliedern des Parlamentszu bestehen braucht, mit der Volksvertretung, denMehrheitsparteien, in engerer Fühlung, in organischemZusammenhänge sich befindet? Werden Fragen, diedas Schicksal der Nation entscheiden, noch weiterbureaukratisch-patriarchalisch bestimmt werden, ohnedaß das Prinzip der Selbstverwaltung auch auf dieGeschäfte des Staates und des Reiches übertragenund der Nation ein erweitertes Selbstbestimmungs-recht eingeräumt wird?
Der Geist „wahrer Demokratie" wird sicherlichauch bei uns einziehen, man mag dies nun für einGlück halten oder nicht. Das ist Ansichts- und Ge-schmacksache, aber die notwendige Folge der ge-waltigen Ereignisse, die wir seit drei Jahren erleben.
Es wird in Zukunft nicht mehr angehen, Verträgezu schließen oder zu erneuern, die die Nation in einenKrieg verwickeln können, ebensowenig aber be-