und wünsche sie soweit als möglich erhalten zu sehen.Die Bedeutung des Reiches als Träger der wichtigstenInteressen der Nation ist aber im Laufe der Jahregewachsen, seine Zuständigkeit hat sich erweitert, eshat sich wie jeder andere „Konzern" entwickelt undausgestaltet. Dieser Prozeß konnte nur unter Preis-gabe gewisser Rechte der Einzelstaaten erfolgen. DasReich ist heute etwas anderes als ein „ewiger Bund"souveräner Staaten. Nichts bleibt stehen, nävra geiund es mußte so kommen, falls nicht eine rück-läufige Bewegung eintrat, die zur Auflösung führt.
Die Einzelstaaten werden genötigt sein, zugunstendes Ganzen weitere Opfer zu bringen, wie auch jedereinzelne Bürger. Auch hier gibt es kein starres Fest-halten an den bestehenden Rechten und Verhältnissen,die eben den neuen Erfordernissen anzupassen sind.Wenn Bismarck heute so oft zitiert wird, um zu be-weisen, daß an der Reichs Verfassung nichts geändertwerden darf, so ließen sich auch nach anderer Rich-tung Zitate des großen Staatsmannes ausfindig machen,die mindestens ebenso lehrreich wären, die aber vor-läufig besser unerwähnt bleiben. An einen Krieg gegennahezu alle übrigen Planetenbewohner hat er wohlnicht gedacht, als er die Verfassung schuf, und dieseauch nicht für alle politischen, wirtschaftlichen undsozialen Folgen eines mehrjährigen Kampfes berechnet.Übrigens ist die Frage recht heikel, weshalb eigentlichBayern und Thüringer , Oldenburger und Lipper einegrößere Berechtigung haben für staatliches Sonder-leben und Berücksichtigung der „Stammesart" alsHannoveraner, Schleswig-Holsteiner und Hessen -Nassauer? Was bei dem einen als Tugend gilt, giltbei dem anderen als Laster. Der große Kanzler, aufden man sich so gern beruft, hat nicht vor legitimi-stischen und sentimentalen Erwägungen haltgemacht,