zieht sich eine dauernde Gereiztheit, eine ununter-brochene Pikiertheit, verbunden mit Sticheleien, Dieüble Laune des Diktators gegen Gortschakow , dersein Selbstgefühl verletzt hatte, der vermessen genuggewesen war, den Friedensstifter zu spielen, kommtüberall zum Ausdruck. Anderseits glaubte Alexander II. im Bewußtsein der ungeheueren Dienste, dieer uns geleistet, und ohne die die Bis-maircksche Poditik undenkbar war, einenAnspruch auf unsere Dankbarkeit und Unterstützungzu besitzen. Daß unsere Haltung diesen Erwartungennicht entsprach, bildet den Gegenstand dauernderVorwürfe und Vorstellungen. Bismarck war bestrebt,zwischen Rußland einerseits und Österreich und Eng-land anderseits zu lavieren, und das war es, wasman ihm in St. Petersburg verübelte.
Während des Türkenkrieges trat wieder ein Um-schwung der allgemeinen Stimmung zu unserenGunsten ein. Hierüber berichtet der Verfasser: „Ichmuß übrigens anerkennen, daß trotz des damals her-vortretenden slawischen Übermuts eine verständigeAnerkennung der Dienste zutage trat, welche wir derrussischen Politik bis dahin geleistet hatten; das Über-schreiten der Donau und das schnelle Vordringen Gur-kos gerade auf Adrianopel zu hatte den einsichtigerenPolitikern in Moskau zur Erkenntnis gebracht, daßRußland alles dieses nur wagen konnte, weil esDeutschlands sicher war; und so ging, Ende Juli 1877,von Moskau der Vorschlag aus, eine Dankadresse anden Kaiser Wilhelm zu richten, um der Erkenntlich-keit des russischen Volkes für die freundschaftlicheHaltung Deutschlands Ausdruck zu geben; gleichzeitigbildete sich ein Damenkomitee, um die Anfertigungeines kostbaren Teppichs vorzubereiten, welcher demFürsten Bismarck überreicht werden sollte."