es war Bismarcks Haltung auf dem Kongreß, die ver-stimmte, und der die Schuld am Zurückweichen Ruß-lands zugeschrieben wurde. „Bei Fürst Gortschakow,der glückselig ist, weil wir den Kongreß in Berlin empfangen.“ „Der Kaiser bezeichnete das Zustande-kommen des Kongresses und dessen friedenstiftendenAusgang als dringend wünschenswert.“
Doch das Mißtrauen gegen Bismarck und die Er-regung über seine Haltung traten bald wieder hervor,als letzterer eine Vorkonferenz anregte. England undÖsterreich nahmen eine drohende Haltung gegen Ruß-land ein, um so größeren Wert hatte unsere Freund-schaft. Am 21. März 1878 berichtet Schweinitz:„Mehrere russische Zeitungen sprechen die Be-hauptung aus, daß Fürst Bismarck im Verein mit GrafAndraszy die von Rußland erkämpften Erfolgeschmälern wolle.“
Während Fürst Gortschakow fortfährt, in elegi-schem Tone über unsere Haltung zu sprechen, ist MacMahon bereits bestrebt, sich den Russen zu nähern.“Er erklärt: „Qu'il voulait marcher avec la Russie.“
Als Schweinitz den Auftrag erhielt, Rußland zuZugeständnissen an Österreich zu veranlassen, um esnicht in die Arme Englands zu treiben, bemerkt erhierzu: „Ich ersuchte Herrn v. Giers,*) sich Auf-zeichnungen von meinen Eröffnungen zu machen undsie zur Kenntnis des Kaisers zu bringen; er sagte, siewürden Seine Majestät schmerzlich berühren. Dieskann auch nicht anders sein, denn seitBeginn desKrieges haben Kaiser , Regierung undPresse oft genug die Erwartung aus-gesprochen, daß Deutschland , gleich wie
*) Vertreter des Fürsten Gortschakow und später Ministerdes Äußern.
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