Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
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Rußland im Jahre 187 0, einen Druck aufÖsterreich üben würde; das unglückseligeDanktelegramm aus Versailles und die Sendung Man-teuffels nach Warschau im Herbst 1876 berechtigtenzu solchen Hoffnungen; ich habe von Anfang an, auchschon in Livadia im Oktober jenes Jahres, daran ge-arbeitet, diese Hoffnungen abzuschwächen; dennochmuß es jetzt auf den Kaiser AlexandereinenfurchtbarenEindruck machen, wennihm zur Gewißheit wird, daß wir, stattÖsterreich zur Milderung seiner exorbi-tanten Ansprüche zu ermahnen, ihn auf-fordern, letztere zu befriedigen."

Deutlicher kann man es nicht aussprechen, daßwir schon damals im Begriff waren, Rußland in dieArme Frankreichs zu treiben.

Am 22. Juni 1878 schreibt der Verfasser:PrinzAlexander von Hessen , der Bruder der Kaiserin, kamheute von Zarskoje Selo herein und besuchte mich; ersagte:Es geht sehr schlecht beim Kongreß; Andraszytreibt geradezu zum Kriege; wenn der Kaiser Alexan-der diesen Forderungen nachgibt, dann kann er ja garnicht Kaiser bleiben; er sagt geradezu:Si on veutm'acculer, me mettre entre la guerre et l'humiliationde la Russie, mon choix est fait. Fürst Bismarck hates in der Hand.

Als der Verfasser während des Kongresses inBerlin war, beklagte sich Gortschakow über BismarcksHaltung sogar im Gegensatz zu der von Lord Beacons-field. Nach einem Besuch beim Staatssekretär vonBülow schreibt Schweinitz:Es konnte mir aber dochkeinen Augenblick verborgen bleiben, daß meine Auf-fassung unseres Verhältnisses zu Rußland an ent-scheidender Stelle nicht gutgeheißen wird."

In einer Denkschrift des Generals Schweinitz vom

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