der Habsburger und mit dem Balkan stattdes Apennin ! Die magyarischen und österreichi-schen Russophoben bereiten dem Fürsten , in dem siemit Recht den Träger einer antirussischen Politik er-blickten, in Wien große Ovationen. Schweinitz aberschreibt: „Dagegen gingen wir schwere Verbindlich-keiten ein, deren Umfang ich zwar nicht genau kenne,von denen ich aber weiß, daß sie uns wegen In-teressen, die uns fernliegen, in einenKrieg mit Rußland verwickeln können.Diese Abmachungen waren weder politisch noch mili-tärisch nach dem Geschmack unseres Kaisers; deshalbließ Fürst Bismarck den General Moltke ein Memoireschreiben welches den Kaiser umstimmen sollte. GrafMoltke tat, was man von ihm verlangte; er sagte:„Wenn das Deutsche Reich nicht stark genug ist, umallein mit Frankreich fertig zu werden, so hat es über-haupt keine Berechtigung zur Existenz; folglich isteine Verpflichtung Österreichs , uns beizustehen, über-flüssig; dagegen ist uns eine Allianz bei einem zwei-seitigen Angriff von West und Ost aus sehr wertvoll."Alles dies klingt sehr schön, ist aber so-phistisch und verfehlt deshalb die Wir-kung auf den klaren, gesunden Kopfunseres Kaisers; besonders schwer aberwurde es ihm, daß er jetzt, nachdemer soeben mit Alexander II. die innig-sten Freundschaftsbeteuerungen aus-getauscht hatte, seinen Namen untereinen Traktat setzen sollte, der ihn zurKriegserklärunganRußlandverpflichtenkonnte. Der Kaiser schildert mir in einfacher, er-greifender Weise den schweren Kampf, den er inner-lich und äußerlich durchzumachen hatte; er sei nahedaran gewesen, zu abdizieren, als Bismarck ihm be-
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