Von der immer gefährlicher werdenden revolutio-nären Bewegung im Innern bedroht, von seinem„besten Freunde" verlassen und über dessen Haltungenttäuscht, ist Alexander auch noch den Angriffen dernationalen Richtung ausgesetzt, die Rußland um dieErfolge des Sieges gebracht glaubt, schon weil Kon-stantinopel nicht eingenommen wurde. Schweinitzbemerkt hierzu: „Daß die Unzufriedenheit mit denErfolgen des Sieges, der als eine Niederlage gilt, sichinsofern gegen den Zaren richtet, als man bestrebtwar, die Schuld auf Deutschland zu wälzen, und derZar bei dem politisierenden Teil der Bevölkerung alsder alleinige Vertreter der in den Jahren 1866 und1870/71 befolgten deutschfreundlichen Politik gilt.Jeder gegen Deutschland gerichtete Vorwurf trafdaher ihn mit.“
Am 22. März 1880 (Kaisers Geburtstag) schreibtSchweinitz: „Der Kaiser leitete seinen Toast mit einerlängeren Rede ein, welche sich merklich von denTrinksprüchen früherer Jahre unterschied. Sie warsorgfältig redigiert und memoriert und wurde mitAkzentuierung gesprochen. Der Kaiser war sichtlicherregt und erbittert durch die neuesten Angriffe der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" und durch diePresseenthüllungen in der Dislokationsfrage. Jewärmer seine Glückwünsche und seine Versiche-rungen von der Freundschaft für unseren Monarchenwaren, um so deutlicher klang es heraus, daß er fürdessen Minister andere Gesinnungen hegt; dieEmphase, mit welcher er die Fortdauer der hundert-jährigen Freundschaft anrief, ließ erkennen, daß er die-selbe für gefährdet hielt."
Das zunehmende Mißtrauen gegen uns hatte be-kanntlich zu Truppenverschiebungen nach den west-lichen Gouvernements geführt. Große Kavallerie-