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1 (1927)
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massen waren vorgeschoben worden. Die Tatsachebildete den Gegenstand gereizter Beschwerden desFürsten Bismarck .Man muß toll sein, rief der Zaraus,um zu glauben, daß ich Deutschland angreifenwolle; ich werde aber die Stellung meiner Truppennicht ändern und ich hoffe, daß ich hiervon nichts mehrhören werde." Am 19. August 1880 notiert Schweinitz:Die nicht immer freundliche und zuweilen sogar ver-letzende Sprache der Wiener Staatsmänner schreibtman hier dem Gefühl der Sicherheit zu, welches ihnendas zwischen Österreich-Ungarn und Deutschland be-stehende Verhältnis einflößt.

In welcher Erregung sich Bismarck damals be-fand (1880) zeigen folgende Ausführungen, dieden Eindruck eines geradezu krankhaften Zu-standes erwecken:Hierauf sprach er über unserVerhältnis zu Österreich , welches, die GagernschenTräumereien verwirklichend, ein organisches, von denLaunen der Regenten und Minister unabhängiges, nurdurch die drei Parlamente lösbares werden sollte.Meinen Hinweis auf Polen beantwortete er, ebensowie im Frühjahr 1879, mit der entsetzlichen Behaup-tung, man könne Polen zeitweise wieder hersteilen,etwa unter einem österreichischen Erzherzog; später,wenn es seine Dienste gegen Rußland geleistet,könnemanesimmerwiederteilen. Er wollelieber katholisch werden als russisch, habe jedoch zukeinem von beiden Lust, ziehe es überhaupt, wie vonjeher vor, anständig unterzugehen, als sich schlechtbehandeln zu lassen; wenn der Himmel einfiele, seienalle Spatzen tot; weit hinaus, in ferne Zukunft Politikmachen zu wollen, sei Blödsinn."

Beim Tode Dostojewskis schreibt der Verfasser:Er war auch wirklich kein Nihilist, wohl aber einervon jenen Autoren, deren Schriften die Köpfe ver-

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