Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
195
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strebt war, alles zu vermeiden, was dem Drängen derSlawophilen nach den Meerengen Vorschub leistenkonnte, und wie das offizielle Rußland diesem DruckeWiderstand leistete. Daher wünscht der Minister auchnicht eine Loslösung Ägyptens von der souveränenMacht.

Schon damals beginnt die russische Gereizt-heit gegen Österreich wegen Serbien sich zu zeigen.Herr v. Giers beklagt sich über Milan und ist miß-trauisch gegen Österreich .Ich will gewiß keinen Kriegmit Österreich, " sagte der russische Minister,aberglauben Sie mir, es ist nicht ehrlich, dem König Milangegenüber ist es gebunden pp."

In Skierniewice , wo Bismarck den Russen denKaiser Franz Joseph geradezu aufgedrängt hatte,finden wir den Verfasser an der Seite des Diktatorsund dessen Söhne. Franz Josef sprach sich nicht ohneBesorgnis über die russische Balkanpolitik, die zwarkorrekter" geworden sei, die aber noch besserwerden müsse, da sonst Umstände eintreten könnten,die ihn zwingen würden, trotz FriedensliebedemVorgehen Rußlands energisch entgegenzutreten." Na-türlich mit unserer Unterstützung, denn allein war erdazu nicht in der Lage!

Wie Bismarck die Reichsgründung beurteilte,zeigt eine Bemerkung, die er im April 1868 demVerfasser gemacht hat:Der Reichskanzler sprachüber das deutsche Parlament in der während derletzten Zeit öfter gehörten geringschätzigen Weise:Es kann wohl dahin kommen, daß ich das, wasich gemacht habe, wieder zerschlagen muß; die Leutevergessen, daß dem jetzt bestehenden Bunde dasselbepassieren kann, was dem Frankfurter Bundestage 1866geschehen ist; die Fürsten können von ihm zurück-treten und einen neuen bilden, ohne den Reichstag ."