ten Rückversicherungsvertrages berichtet: „Man legtemir eine Denkschrift des Grafen Moltke vor, inwelcher der berühmte Stratege nachzuweisen ver-suchte, daß man sofort, mitten im Winter, den Kriegan Rußland erklären müsse. Dieses Memoire war inWien mitgeteilt worden und außerdem hatte sich unserdortiger Militärattache ganz in demselben Sinne gegenden Kaiser Franz Joseph ausgesprochen. Ich erklärte,daß ich diese Ansicht entschieden bekämpfe; durcheinen solchen Angriff würden wir die Macht Rußlands verdoppeln, die unsere halbieren, denn während dasfriedliebende russische Volk durch einen Einbruch insein Land zu höchster Opferwilligkeit begeistertwerden würde, dürfte die Notwendigkeit eines mit sogroßen Opfern zu führenden Winterfeldzuges wederunserem Bundesrate noch der deutschen Nation ein-leuchten.“ Und dann wunderte man sich in Berlin überdas russische Mißtrauen und über Anbiederungs-versuche mit Frankreich . Bei der bekannten In-diskretion der k. und k. Diplomatie konnten solcheDinge doch kein Geheimnis bleiben!
Den gesundesten Menschenverstand zeigte, wieimmer, der alte Kaiser, der bekanntlich nur unterHochdruck seine Zustimmung zur Allianz mit Öster-reich gab. Schweinitz bemerkt: „Von der Mithilfe derItaliener bei dem drohenden Kriege mit zwei Frontenverspricht sich der Kaiser Wilhelm wenig und be-lächelte traurig die Berechnung Moltkes, wonach150000 Italiener innerhalb dreier Tage nach demOberrhein transportiert werden sollen.“
Am 29. Dezember 1887 bemerkt Herr v. Giers:„Ici le Sentiment predomine que nous serons attaquesau printemps."
Über das bekannte Verbot Bismarcks an dieReichsbank, russische Werte zu lombardieren, er-