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1 (1927)
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den Krieg mit Rußland wollte.LEmpereur, so hatder Minister (Giers) schon mehrere Male gesagt,regrette pourtant la demission du Prince de Bis-marck, aber sowohl bei ihm wie bei seinem kaiser-lichen Herrn, ist der beste Wille vorhanden, die gutenBeziehungen zu pflegen und womöglich noch besserzu gestalten.

Immer wieder kommt Herr v. Giers auf den Wunschzurück, doch noch in irgendeiner Form ein Ab-kommen mit Deutschland zu treffen, irgend etwasSchriftliches". Hierzu bemerkt Schweinitz:Ich darfhierbei nicht unterlassen, die unvorgreifliche persön-liche Ansicht auszusprechen, daß, wenn wir dieweit entgegenkommenden Anträge desrussischen Ministers völlig abweisen, eroder sein Nachfolger gezwungen seinwürde, die Anlehnung, die er bei uns nichtfindet, anderwärts zu suchen."

Als Schweinitz an Kaisers Geburtstag vom Zarenempfangen wurde, machte er seiner Überzeugung ge-mäß das Thema von der Solidarität der Interessen derMonarchien zur Grundlage seiner Ausführungen. DerZar ging nur zögernd darauf ein und stimmte eigentlichnur für Deutschland und Rußland zu. VonÖsterreich wollte er natürlich nichtswissen und betonte, man könne sich mit Österreich auf nichts einlassen. Immer wieder dasselbe Lied:Mit euch wollen wir gut Freund sein, aber laßt unsin Ruh' mit den faulen Österreichern! Bei uns immerwieder taube Ohren I

Über die damals beginnende Anlehnung an Frank-reich, die unter anderem durch die Verleihung desAndreasordens an Präsident Carnot zum Ausdruckkam, schreibt Schweinitz:Nach den Vorgängen vom

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