Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
221
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Gebrauch, wo es sich nicht um junge, unabhängige,aufstrebende Staatswesen handelte, die sich ungern,wenn auch nur wirtschaftlich aufteilen lassen, sondernum solche, deren Hilflosigkeit fremden Schutz undEingriff verschuldete.

Einem Schriftsteller von Beruf, und wie ich mirerlauben möchte, Sie anzureden, einem berühmtenParlamentarier und Volkswirt, wird es mir doppeltsauer, in einer Frage wie die der Meistbegünstigung ent-gegenzutreten. Mir fehlen das umfangreiche Material,die fachmännischen Kenntnisse, die langjährige Er-fahrung, die Euer Hochwohlgeboren besitzen. EinBlick in die Statistik lehrt mich aber, daß schonvor dem Hinzutritt Amerikas in die Reihen unsererVerfolger von dem vor dem Kriege etwa 10 MilliardenMark betragenden Export des Deutschen Reichesetwa die Hälfte nach den uns jetzt feindlichenLändern ging, etwa das Vierfache des Wertes derWaren, die unsere heutigen Bundesfreunde von unsabnahmen, und daß das britische Reich mit etwa 20Prozent an der Spitze unserer Kunden stand. Ich hattebisher geglaubt, daß es eine der wichtigsten Aufgabensein wird, die uns beim Friedensschluß erwarten, alleHindernisse hinwegzuräumen, die sich der Wieder-anknüpfung der durch den Krieg zerrissenen Handels-beziehungen entgegenstellen. Als solches betrachteich vor allem unseren Ausschluß von der Meist-begünstigung oder eine Differenzierung zu unserenUngunsten in den Tarifen, wie sie von der PariserWirtschaftskonferenz geplant zu sein scheint.

Obwohl ich leider nicht wie Euer Hochwohl-geboren bei einem neutralen Bureau auf englische undfranzösiche Zeitungsausschnitte überMitteleuropa abonniert bin, glaube ich doch bemerkt zu haben, daßder Hinweis auf die sicherlich zu Unrecht in imperia-