Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
227
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klargestellt. Ich habe deshalb auch das Herrenhausdurch meinen Rechtsvertreter, Herrn Geh. JustizratDr. von Gordon, bitten lassen, von meiner Immunitätals Herrenhausmitglied abzusehen und dem Oberstaats-anwalt die Genehmigung zur Strafverfolgung zu er-teilen. Dieses Verfahren wird, so hoffe ich, auchweiter dartun, daß ich mich niemanden gegenüber einerVerletzung des Dienstgeheimnisses schuldig gemachthabe.

Handlungen können es hiernach nicht sein, durchdie in meiner Person die Würde des Hohen Hausesverletzt wäre.

Ist es etwa die Gesinnung, die aus meiner Nieder-schrift spricht? Ich glaube zuversichtlich: nein! Dennich habe keinen Gedanken zum Ausdruck gebracht,der nicht von zahlreichen Politikern auch innerhalbdes Herrenhauses selbst geteilt würde.

Die Gedankengänge, denen ich Ausdruck gebenwollte, sind kurz die folgenden:

Erstens wollte ich zeigen, daß eine Verständigungmit England , die den ausgesprochenen Zweck meinerMission bildete, sehr wohl zu erreichen und nahezuerreicht war, als der Weltkrieg ausbrach, und daß dasenglische Kabinett bereitwilligst die Hand dazu bot.Die beiden fertiggestellten Verträge über die portugie-sischen Kolonien und über die Bagdadbahn , in denendas Londoner Kabinett ein weitgehendes Entgegen-kommen an den Tag legte, lieferten sprechende Be-weise hierfür. Ist doch in ganz ähnlicher Weise dieenglisch -französische Verständigung 1904 durch einenVertrag über nordafrikanische und die englisch-russische 1907 durch einen solchen über asiatischeInteressen entstanden. Ferner lag mir daran, fest-zustellen, daß England den Krieg nicht gewollt hat,sondern entsprechend meiner Londoner Bericht-