Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
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Vermittlung zwischen Österreich und Rußland zulassenwollten. Auch die an Rußland erfolgte Kriegs-erklärung, ohne daß Österreich-Ungarn angegriffenwar, und in dem Augenblick, wo Graf Berchtold (siehe englisches Blaubuch Nr. 137 und 161, österreichi-sches Rotbuch Nr. 53 und Nr. 56, französisches Gelb-buch Nr. 120) einlenken wollte, mußte das Auslandin jenem Eindruck bestärken. Österreich-Ungarn istbekanntlich erst am 5. August in den Krieg ein-getreten.

Vom ersten Anfang des Konfliktes an haben wirauf dem Standpunkt gestanden, daß es sich hierbeium eine Angelegenheit Österreichs handele, die esallein mit Serbien zum Austrag zu bringen habenwürde. Wir haben daher unser ganzes Bestrebendarauf gerichtet, den Krieg zu lokalisieren und dieanderen Mächte zu überzeugen, daß Österreich-Ungarnin berechtigter Notwehr und durch die Verhältnissegezwungen, sich zum Appell an die Waffen habe ent-schließen müssen. Wir haben nachdrücklich denStandpunkt vertreten, daß kein Kulturstaat das Rechthabe, in diesem Kampfe gegen Unkultur und politischeVerbrechermoral Österreich in den Arm zu fallen unddie Serben ihrer gerechten Strafe zu entziehen. Indiesem Sinne haben wir unsere Vertreter im Auslandeinstruiert. Deutsches Weißbuch, Denkschrift vom3. August 1914.

Der Konflikt sollte ebenlokalisiert" werden. Andie Möglichkeit dieserLokalisierung glaubte manaber nur in Berlin und Wien .

Den Vorwurf, meine Ausführungen könnten demAnsehen des Reiches abträglich sein, glaube ich durchden Hinweis auf die nachstehende Stelle des DeutschenWeißbuches (Denkschrift vom 3. August 1914) ent-kräften zu können:

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