ein etwaiges kriegerisches Vorgehen östereich-Ungarns gegen Serbien Rußland auf den Planbringen und uns hiermit unserer Bundespflichtentsprechend in einen Krieg verwickeln könnte.”(Wir wußten demnach genau, daß wir denWeltkrieg zu gewärtigen hätten, denn daßEngland für Frankreich eintreten würde, hatteich stets berichtet),
e) daß wir dem Grafen Berchtold „nicht zurNachgiebigkeit geraten”, sondern ihm unterallen Umständen unseren Beistand zugesagthaben.
Ferner heißt es im Rundschreiben des Reichs-kanzlers an die Bundesregierung:
„Sollte indes wider Erhoffen durch ein EingreifenRußlands der Brandherd eine Erweiterung erfahren, sowürden wir getreu unserer Bundespflicht mit derganzen Macht des Reiches die Nachbarmonarchie zuunterstützen haben."
Die deutschen amtlichen Darlegungen besagenhiernach ganz unzweideutig, daß wir nicht überfallenworden sind, indem wir eingestandenermaßen bereitwaren, auch um den Preis eines Weltkrieges uns „mitder ganzen Macht des Reiches“ ad majorem Austriaegloriam und für die dynastischen Interessen der Lo-thringer einzusetzen.
Während ich also den Standpunkt ver-trete, daß wir nicht an ein Eingreifen Ruß-lands geglaubt, den Krieg also nicht ge-wollt haben, erklärt aber das Weißbuch,wir wären ganz bewußt und in voller Er-kenntnis deir Tragweite unserer Haltungin den Weltkrieg hineingesteuert.
Ich glaube hiermit den Beweis erbracht zu haben,
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