sten türkischen Erfolg bei Tschataldja, da man hier-von eine Erstarkung des türkischen Selbstvertrauensund eine Erlahmung des Willens zur Ruhe auf otto-manischer Seite befürchtet.
Sir E. Grey versprach mir schließlich, darauf hin-zuwirken, daß die entstandenen Streitigkeiten mög-lichst dilatorisch behandelt werden, da sie dadurcherfahrungsgemäß an Schärfe verlieren, und daraufhinzuwirken, daß alle Fragen möglichst zusammenund nicht vereinzelt behandelt werden.
Für morgen nachmittag hat mich der Minister zusich gebeten. Es sollen dabei auch Kolonialfragen zurErörterung kommen.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 25. 11. 1912
B ei meinem heutigen Besuch bei Sir E. Greybrachte ich unter Hinweis auf die bekannten eng-lischen Wünsche die Äußerung des Herrn Sasonowzur Sprache und legte nahe, in Petersburg im Sinnegrößerer Zurückhaltung zu wirken. Der Minister ent-gegnete, es sei ihm nicht bekannt, daß die russische Regierung sich im Sinne des serbischen Hafens fest-gelegt habe, im Gegenteil, soweit ihm bekannt, habesie immer in Belgrad zur Mäßigung und Ruhe geraten.Herr Sasonow habe wahrscheinlich zwischen denübertriebenen serbischen Forderungen und der schroffablehnenden Haltung Österreich -Ungarns in der Fragedes serbischen Adriahafens einen Mittelweg findenwollen, ohne sich auf die Seite der einen oder anderenPartei zu schlagen. Auch ihm, Sir E. Grey, schwebeals mögliche Lösung ein derartiges Kompromiß vor,wobei er diesmal von einem neutralisierten StreifenLandes unter serbischer Kontrolle sprach, der dasMeer mit dem Königreich verbände.
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