Ganz klar schien der Minister mir nicht zu seinüber die staatsrechtliche Form seines Vorschlags, auchwiederholte er, daß er vorläufig nicht endgültigStellung zu der Frage nehmen wolle und die Regelungder ganzen Angelegenheit am besten nach Friedens-schluß im Zusammenhang mit den übrigen Fragen zuerfolgen habe.
Sir E. Grey, den ich darauf hinwies, daß die bri-tische und deutsche Regierung durch die Gemeinsam-keit des Wunsches verbunden seien, den Frieden zuerhalten und alles zu vermeiden, was die Lage ver-schärfen könne, stimmte meiner Auffassung voll-kommen bei und erklärte, nach wie vor in diesemSinne wirken zu wollen. Er faßt übrigens die Lageohne jede Nervosität und durchaus optimistisch aufund erklärte die russischen und österreichischenRüstungen als lediglich vorbereitende Maßnahmen. Erhofft, wenn es gelungen sei, zwischen Türken undBulgaren den Frieden zu schließen, die dann nochübrigbleibenden Fragen zwischen den Großmächtenfriedlich erledigt zu sehen. Als solche betrachtet er,wie bereits berichtet, die Frage der Inseln, Albanien und den serbischen Hafen und meint, daß man imübrigen den Abmachungen der Kriegführenden still-schweigend zustimmen könne. Auch erzählte er, erhabe den Türken geraten, nicht erst über einenWaffenstillstand, sondern gleich über den Frieden zuverhandeln, da letzterer die Tschataldjalinie nicht insich schlösse, während der Waffenstillstand daran ge-scheitert sei, daß die Türken es ablehnten, durchÜberlassung derselben sich dem Sieger wehrlos zuüberantworten.
Was die ägäischen Meer-Inseln beträfe, so werdeEngland keine Ansprüche erheben, solange dies nichtvon seiten einer der anderen Großmächte geschehe.