Ich hatte den Eindruck, daß die Ausführungen desGrafen, der auf gute Beziehungen zur deutschen Ver-tretung Wert legt, aufrichtig waren und auf genauerKenntnis der Verhältnisse beruhen. Sie dürften daherBeachtung verdienen.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG( London, 15. 11. 1912
D er Sir Edward Grey nahestehende parlamenta-rische Unterstaatssekretär für auswärtige Ange-legenheiten Mr. Acland hielt am Sonnabend eine Redein Rochdale, in der er betonte, daß vom Beginn derBalkankrise bis zum gegenwärtigen Augenblick dieRegierungen von Deutschland und England in ununter-brochenen, engen und freundschaftlichen Beziehungenzueinander gestanden hätten. Wenn Schwierigkeitenbeständen, so seien sie jedenfalls nicht durch Maß-nahmen der englischen Regierung hervorgerufen, son-dern könnten höchstens, wenn überhaupt, durchÄußerungen nicht verantwortlicher Personen wieLord Roberts entstehen. Im weiteren Fortgang seinerRede geht Mr. Acland erneut auf die bekannte Agita-tionsrede Lord Roberts ein und gibt seiner Befriedi-gung darüber Ausdruck, daß der Generalfeldmarschalldie seinen Worten gegebene Auslegung, Deutschland würde England angreifen, sobald es die Macht dazuhabe, als irrig zurückweise. Trotzdem hätte er, Ac-land, einen klaren Widerruf seiner Äußerungen seitensLord Roberts lieber gesehen, da er fürchte, daß die-selben in Deutschland besonders von Chauvinistenöfters gegen England ins Feld geführt werden würden.Jedenfalls könne er versichern, daß England niemalseine derartige aggressive Gewaltpolitik, wie sie in