Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
265
Einzelbild herunterladen
 

Lord Roberts Worten zum Ausdruck komme, betrei-ben würde, ebesowenig wie er glaube, daß Deutsch-land je daran denke.

AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 27. 11. 191?

U nsere heutige Besprechung, die im Anschluß Ein.

das Frühstück bei Mr. Asquith im Foreign Officestattgefunden, leitete Sir E, Grey mit der Bemerkungein, daß er befriedigende Nachrichten aus Petersburg über die Audienz erhalten habe, die der Kaiser vonRußland dem österreichisch-ungarischen Botschaftererteilt. Die Aussichten für eine friedliche Lösung desGegensatzes seien dadurch nicht imwesentlich ge-bessert. Auch wisse er, daß Herr Sasonow un-entwegt bemüht sei, einen Ausgleich in dem öster-reichisch-serbischen Zwist zu finden, wobei der rus-sisiche Minister des Äußern betont habe, daß er be-müht sei, möglichst unparteiisch zu erscheinen. Auchhabe der hiesige russische Botschafter ihm mitgeteilt,*daß die russische Regierung die Hoffnung hege, einemwirtschaftlichen Ausgang für Serbien nach der Adriazu erreichen, der für östererich annehmbar sei.

Ihm, Sir E. Grey, sei die Frage des Adriahafensvollkommen gleichgültig. Er sei lediglich von dem Be-streben geleitet, eine Lösung zu vereinbaren, die esverhindere, daß eine oder mehrere der europäischenGroßmächte in den Streit hineingezogen würden. DieFolgen einer derartigen Ausdehnung des Krieges wür-den unabsehbar sein, und es sei heuteganz unberechenbar, wer alsdann an demKampf beteiligt werden könnte.

Ich betonte, wie sehr ich seit meiner Ankunft demEindruck gehabt, daß unsere beiden Länder, von demgemeinsamen Wunsche zur Erhaltung des europäischem