An den anderen Mächten sei es nun, auch ihrerseitsmit ihren Angelegenheiten hervorzutreten.
Herr von Kiderlen-Waechter habe, so bemerkteder Minister im Laufe der Unterhaltung, einen Mei-nungsaustausch über die wichtigsten Punkte vor Zu-sammentritt der endgültigen Beratung angeregt. Er,Sir E. Grey, meine, daß es sich empfehlen würde, wennin einer der europäischen Hauptstädte die betreffen-den Botschafter unformell zusammenträten, um nachden Unterweisungen ihrer Regierungen über die be-treffenden Punkte zu beraten und, wenn möglich, eineEinigung herbeizuführen. Es sei gleichgültig, wo dasgeschähe. Herr Poincare habe eine Konferenz an-geregt unter Zuziehung der Vertreter der Balkan-staaten. Dies sei aber erst nach dem Friedensschlußmöglich. Eine derartige Vorbesprechung scheine ihmgeeigneter zu sein zur Erreichung des gesteckten Zie-les als ein Hin und Her zwischen den Kabinetten,das Mißverständnisse und Verzögerungen nicht aus-schlösse.
Die Versicherung, daß Österreich-Ungarn nicht be-absichtigt, in die kriegerischen Operationen Serbiens in Albanien einzugreifen, nahm der Minister, wie ichschließlich bemerken darf, mit sichtlicher Befriedigungentgegen.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 4. 12. 1912
S ir E. Grey ließ mich heute zu sich bitten und er-öffnete unsere Unterhaltung mit der Bemerkung,er habe sich lebhaft über die warmen Worte gefreut,die der Herr Staatssekretär im Reichstag über unserebeiderseitigen Beziehungen gesprochen habe, da sievollkommen seinen Wünschen und Ansichten ent-sprächen. Leider habe er — so fuhr er fort —■ keinesehr beruhigenden Nachrichten aus Österreich-Ungarn
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