würde, so sei die Beteiligung Frankreichs unausbleiblich und die weiteren Folgenunabsehbar.
Es ist zum zweiten Male, daß er mirgegenüber diese letztere nicht mißzuver-stehende Anspielung gebraucht. Von ver-schiedenen ihm sehr nahestehenden Persönlichkeitenist mir in dieser Hinsicht in den letzten Tagen über-einstimmend gesagt worden, daß die hiesige Regierungschon deshalb bestrebt ist, einer europäischen Ver-wicklung unter allen Umständen vorzubeugen, weilsie fürchtet, daß durch dieselbe die angebahnte An-näherung mit uns wieder in Frage käme; denn essei für England , obwohl keine geheimenAbmachungen mit Frankreich beständen,ein unbedingtes Lebensinteresse, zu ver-hindern, daß dieses Land von uns völligniedergeworfen werde, man würde sichalso für den Fall, den man hier voraus-sieht, daß wir die Franzosen besiegen, un-bedingt genötigt sehen, für dieselbeneinzutreten.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
I ch möchte meine hiesigen Eindrücke, über die ichbei verschiedenen Anlässen berichtet habe, um allenMißverständnissen worzubeugen, dahin zusammen-fassen, daß nicht nur die britische Regierung, sondernauch die überwiegende Mehrheit aller für politischeBerechnungen in Frage kommenden Personen undKreise ein gutes Verhältnis zu Deutschland lebhaftwünschen. Jeder Anlaß, um diesem Bestreben Aus-druck zu geben und ein bestehendes Einvernehmenmit uns öffentlich zu bekunden, wird daher mit Freu-
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